Bei Selma Geld anlegen?

Guten Tag, ich bin neu in der ganzen Investitionswelt, da ich jedoch nicht gleich mit einem grossen Investitionsbetrag anfangen möchte, wollte ich fragen, was ihr von Selma haltet, da man bei diesem Anbieter ja bereits ab 2 000 anfangen kann. Hat jemand Erfahrungen mit selma gesammelt?

Hi Zam

Ich selber bin bei Frankly und VIAC und bin sehr zufrieden mit den Vorsorge Fonds. Schau doch mal CASH, habe dir den Link eingepackt unten. Selma ist ziemlich ähnlich.

(Vorsorge mit Aktienfonds - Diese 3a-Fonds performten am besten - Ratgeber 3. Säule | cash)

Von Selma und anderen Roboadvisorn (TrueWealth, Yova, etc.) würde ich dir unbedingt abraten die Gebühren sind viel zu hoch. Bei Selma 0.68% aufs ganze Vermögen jedes Jahr. In meine Augen ist das reine Abzocke. TW ist ein bisschen billiger aber immernoch 5 Mal teurer als ein Depot bei Swissquote.

Wenn du mit kleinen Beträgen einsteigen möchtest und dir jedoch das Ganze aber im Moment noch zu kompliziert ist mit Depot etc. kann ich dir Yuh empfehlen, die neue App von Swissquote und Postfinance. Das ist sehr einfach, Geld überweisen und ETF kaufen mit ein paar Clicks. Die Auswahl ist im Moment noch klein aber nicht schlecht. Die App ist übersichtlich und einfach im Vergleich zu den üblichen Trading Applikationen. Bei Yuh kannst du schon mit sehr kleinen Beträgen Anfangen, d.h. auch mit weniger als 2000 CHF und du bezahlst keine Depotgebühren pro Jahr.

Von den Gebühren her ein Rechenbeispiel:

Nehmen wir an du investierst 500 CHF pro Monat in je 3 Varianten Selma, Swissquote, Yuh. Wir gehen von 4% Rendite aus. Nach 20 Jahren sieht es so aus:

Selma hätte dich ca. 10’600 CHF an Gebühren gekostet.
Swissquote hätte dich ca. 4500 CHF an Gebühren gekostet.
Yuh hätte dich 600 CHF an Gebühren gekostet.

Mit Selma hast du am Ende 166k CHF auf dem Konto.
Mit SQ hast du 172k CHF auf dem Konto.
Mit Yuh hast du 177k CHF auf dem Konto.

Je mehr Geld du einzahlst desto extremer wird der Unterschied. Die Kosten bei Selma explodieren, die Depotkosten bei Swissquote sind gedeckelt bei 200 CHF p.a. d.h. Swissquote wird bei höheren Beträgen interessanter. Selma geht zwar ab 150k runter mit den Prozent ein bisschen aber hat kein Deckel, damit zahlst du irgendwann jedes Jahr tausende von Franken Gebühren, daher besser Hände weg davon.

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Ich habe bisher bei Selma und Yova total rund 15k einbezahlt. Für den Moment belasse ich es so und zahle nicht mehr weiter ein. Grundsätzlich bin ich jedoch sehr zufrieden damit. Die Performance ist super und auch das ganze Handling ist einfach. Strategie erstellen, einzahlen und der Rest wird für dich erledigt. Für die Steuern gibt es jeweils einen Auszug, damit du alles ganz einfach in die Steuererklärung eintragen kannst.
Klar, die Gebühren sind etwas hoch. Jedoch hast du damit einfach gar nicht zu tun und alles wird erledigt. Somit nicht verwunderlich, dass die Gebühren höher sind als z. B. bei Swissquote.

Nun habe ich ein Swissquote-Konto eröffnet und möchte mir dort einen „ETF-Sparplan“ erstellen und regelmässig einbezahlen. Heute bin ich noch auf die Flow-Bank gestossen. Diese hat im Netz jedoch noch nicht allzu viel Lob erhalten.

Bei Yuh ist mir die Auswahl an entsprechenden ETFs einfach noch zu klein. Aktuell sind es lediglich fünf Stück.

Ich habe vor etwa einem Jahr auch bei Selma angefangen. Meiner Meinung nach ist der Robo-Advisor gut geeignet um mal etwas „verdünnte“ Börsen-Luft zu schnuppern.
Klar, die 0.68% Gebühren fressen dir auf die Jahre einen Teil deiner Performance weg (siehe Rechnung oben), aber ich habe das als Lerngeld gesehen.

Bei Selma kannst du nur schwer dein Portfolio selber zusammenstellen. Du kannst dich mit dem Support besprechen und einzelne Themen etwas anpassen, aber z.B. nicht einzelne Positionen selbstständig verkaufen oder ähnliches. Dir sind somit die Hände gebunden, was aber sehr nützlich sein kann, wenn man nicht viel Erfahrung hat (z.B. während des Chrashes letzten Jahres). Ich habe es genutzt, um erste Erfahrungen zu sammeln (besonders wenn das Depot zum ersten Mal im Minus steht) und hierfür ist Selma (meiner Meinung nach) sehr nützlich und der Support sehr hilfreich.
Jetzt, da ich mehr dazugelernt habe (sowohl inhaltlich, als auch emotional), bereite ich bald meinen Wechsel zu Swissquote vor.

PS: Im Internet gibt es genügend Promo-Codes, damit dir Selma 1 Jahr lang für 5000.- keine Gebühren verlangt. Sind doch schonmal 34.- gespart :sweat_smile:

Tobias Schreiner Finanzberater und Account Manager ich moechte gerne ein Gespraech mit ihnen

Ich finde es schwierig, wenn nur die Gebühren beachtet werden. Klar ist es bei Selma und Co etwas teurer als wenn man selber die ETF Auswahl macht, aber es kann dabei ja auch höhere Performance geben, wenn man nicht denkt, dass man selber besser investieren kann. Z.B. auch wenn es mal etwas schwieriger an der Börse ist und man evt. schlechte ETF-Auswahl getroffen hat. Auch z.B. mit Anteil wie Gold/Silber.

Hei chmav

Nimand möchte Gebüren zahlen, Gebüren sind Gift für die Rendite.
Ich persöndlich finde die meisten Neobroker müll, darunter auch Selma, eToro, TrueWealth, Yova, etc.
Einzig was ich cool finde ist das sich mehr Leute mit dem Themen Finanzen auseinandersetzten durch die Neo’s, klar eToro Werbung geht mir sehr auf die nerfen. Egal…

Ich finde SQ kann man mit jeglichen Neo’s vergleichen, ich Persöndlich bin bei einer Regional Bank, SQ so wie für Kryptos bei Swissbourg.

Bei SQ hast du ja auch „Thems Trading“ die mehr Jährliche Verwaltungskosten 0.7-1.5% die regelmässig die ETF im gleichen Sektor mit der Performence schlagen.

Also ich nutze SQ und Execution only von der Spar- und Leihkasse Frutigen AG (SLF)

Bei der SLF bin ich um den zugriff auf den ausserbörslichen Handel Schweiz OTC zuhaben.

Die Depotgebühr beträgt nur 0,15% pro Jahr, jedoch mindestens CHF 50.–. Die Courtage beträgt max. 0,45% des gehandelten Betrages. Bei Titeln aus dem Inland fällt keine Mindestcourtage an, bei Titeln aus dem Ausland mind. CHF 50.-.

Ist ab einem Gewissenvolumen Teurer als SQ da die Kosten nicht bei 200CHF gedeckelt sind.
Jedoch ist die Dienstleistung westenlich besser und Kundenfreuntlicher als bei SQ.

Ich finde das vergleichen wichtig und finde Moneyland dazu recht gut.
Broker-Vergleich Trading Schweiz - moneyland.ch +/- allen Gebüren und Broker vergleich.

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Da sehe ich schon mal ein paar Fallstricke.

  1. Die Roboadvisor sind eben leider nicht nur „etwas“ teurer, sondern z.T. über das 10-fache teurer als ein reguläres Depot.
  2. Du scheinst mir hier ein Roboadvisor mit einem aktiv gemanagten Portfolio mit Vermögensverwaltungsmandat gleichzustellen, was natürlich falsch ist. Bei einem Vermögensverwaltungsmandat wird das Portfolio aktiv gemanaged und Research Informationen beigezogen und die Vermögensverwalter können da aktiv auf Signale, Mikro-/Makro Fundamentals einbeziehen, Titel kaufen/verkaufen, die Asset Allocation ändern z.B. Goldanteile erhöhen, Cash Anteile erhöhen bzw. reduzieren, Märkte / Regionen stärker / weniger Stark gewichten, etc. All das macht ein Roboadvisor nicht. Der Roboadvisor ist im Prinzip nur ein dummer Filter welcher anhand ein paar Parameter die du eingibst dir eine Allocation vorschlägt und ggf. ein paar Sachen die du nicht möchtest rausfiltert und dann am Schluss einfach ein automatisch rebalancing macht auf dem. Nichts weiter. Dafür solch hohe Gebühren zu verlangen sehe ich nicht als gerechtfertigt.
  3. Rein statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit dass ein Roboavisor nur schon den Markt schlägt relativ klein, durch die sehr hohen Gebühren noch kleiner.

Sagen wir mal wir setzen die Kosten eines regulären Depots auf 0.1%, die Depotgebühren sind das was am meisten relevant sind da diese jährlich auf den gesamten Betrag wieder anfallen. Da gibt es natürlich auch Lösungen ohne Depotgebühren wie Yuh, IB und bei SQ sind die Depotgebühren auf 200 CHF gedeckelt, was je nach Betrag dann wesentlich weniger als 0.1% sind aber da kommen nach die Courtagen und Produkte TER hinzu also sagen wir mal das gleicht sich wieder aus und wir lassen es mal auf 0.1% auch wenn das schön optimiert eher zu viel gerechnet ist, aber der Einfachheit halber. Selbst wenn du mit 0.2% rechnest ist der Unterschied immer noch markant.

Dann haben wir Roboadvisor mit Gebühren von 0.5%-1.2% wie Selma, InYova, etc.

Das Problem ist jetzt die Prozentzahlen sehen in der tat als relativ klein aus, wenn man das jedoch relativ betrachtet ist der Unterschied von 0.1% auf 0.2% nicht so klein wie das eigentlich aussieht sondern das ist schon eine Verdoppelung der Gebühr also ein Anstieg von 100%.

0.6% wären dann also schon 500% höhere Gebühren.
Bei 1.2% reden wir schon von 1100% höheren Gebühren.

Wenn wir dann noch den Compound Effect berücksichtigen, stellt man fest dass die Gebühren regelrecht das Vermögen wegfressen und durch den geschmälerten Zineszinseffekt noch höher sind also die 0.5%-1.2%.

Da kann man also nicht mehr von „etwas“ teurer reden.

Wenn wir ein Brot nehmen welches im Laden 3 CHF kostet, würde ja auch niemand auf die Idee kommen wenn da jetzt ein neuer Laden aufmacht bei dem das Brot jetzt plötzlich 18 CHF kostet (+500%) oder gar 36 CHF (+1100%), dort einzukaufen und das jetzt als guten Deal oder nur „etwas“ teurer zu bezeichnen, nur weil der Laden 100 Meter weniger weit entfernt ist. Jedoch genau um solche Unterschiede geht es bei den Roboadvisorn.

Mit einer herkömmlichen Depotlösung fährt man immer besser und wer es einfach haben will kann ja einfach in einen Welt ETF investieren und wer noch Gold dazu haben möchte nimmt noch einen Gold ETF dazu. Wer es unbedingt nachhaltig haben will der kann auf ESG ETFs zurückgreifen. Es ist alles vorhanden.

Die Frage ist nun warum wird immer wieder versucht diese Roboadvisor schön zu reden? Ich kann mir das eigentlich nur dadurch erklären, dass der Mensch dazu tendiert Informationen welche die eigene vorhaltende Meinung bestätigen überzubewerten und Informationen die dagegen sprechen, unterzubewerten (Confirmation Bias). Sprich, man sucht dann im Internet, in Gesprächen, in Foren etc. Aussagen welche die eigene Meinung bestätigen und wenn das dann passiert, wird das dann unreflektiert als die Wahrheit angesehen und man „ich habs doch gewusst“ oder „hab ich ja schon immer gesagt“ etc. und bei Meinungen die dagegen sprechen werden dann unreflektiert klein geredet im Sinne von „ah das wird schon nicht so schlimm sein“ oder „ah das kann ja nicht so schlecht sein“ oder „ah der hat vermutlich eh keine Ahnung“ etc.

Es ist schwierig zuzugeben, dass man vielleicht am Anfang unwissend war und man nun vielleicht einen Fehler gemacht hat, dabei wäre das genau die richtige Strategie. Niemand ist ohne Fehler, alle machen Fehler und das ist auch nicht schlimm, wichtig ist das man daraus lernt. Die gleiche Diskussion findet oft in ähnlicher Weise statt im Zusammenhang mit 3a Versicherungslösungen. Glücklicherweise gibt es da aber auch viele positive Beispiele von Leute die das eingesehen haben, zu sich selber gesagt haben ok ich hab da wohl einen Fehler gemacht ich nehme nun einen gewissen Verlust in Kauf und löse diese Versicherung auf und investiere nun in Zukunft besser.

Wenn die Fakten betrachtet ist die Sachlage relativ klar bzgl. was der Roboadvisor genau macht, Gebühren etc. und du wirst wohl niemand finden der von der Materie etwas versteht der dir sagt, doch Roboadvisor das ist ein super Ding, macht das. Ausser die Anbieter der Produkte und diejenigen die damit Geld verdienen natürlich.

Im Endeffekt aber ist natürlich jeder frei mit seinem Geld zu machen was er will und wenn jetzt jemand umsverrecken in einen Roboadvisor investieren will, ja dann bitte, niemand hält euch davon ab. Stell dir einfach die Frage ob du für ein Brot statt 3 CHF auch 18-36 CHF bezahlen würdest. :wink:

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Besten Dank für deine Ausführungen.
Ich warte schon länger darauf, dass Yuh, wo ich eh schon Konto habe, mehr ETF dazu kommen. :slight_smile:
Ist halt bei Selma und Co die Frage, wie viel Experte man ist und wie viel Zeit man investieren will/kann.
Das Beispiel mit Brot kaufen und Depot mit ETF selber zusammen stellen, würde ich aber leicht anders sehen.
Bei Selma muss ich nicht „backen“ können. Wenn du ein Brot kaufen willst, kannst du es auch selber backen, kommt billiger als es auch für 3 Fr. zu kaufen.
Früher habe ich Anlegen hautsächlich mit Fonds gemacht, dann vor einem Jahr mit Selma angefangen, evt. ist jetzt ja wirklich die Zeit gekommen, es mit eigenem ETF-Depot zu versuchen :slight_smile:

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Wider mal mit einem sehr guten Bild simpel und einfach dargestellt. Jeder hat die Wahl.
Ich bin der Meinung Investiert zu sein ist besser, als nicht Investiert zu sein.

Die Stellschrauben sind klar:

  • wenig Gebüren = mehr Renditen
  • Zeit im Markt schlägt, Zeitpunk
  • Hin und her macht Tasche leer

Die Zeit ist da, ich bin zwar Persöndlich nicht so der Freud von ETF’s.
Jedoch ist es zum Anfangen ein guter Einstig, entweder mit einer Fixen Sparrate oder wie ich angefangen habe mit Fixen Anteilen zb. jeden Monat X anteile eines ETF.

Bei mir zum Beispiel Dümpeln seit einigen Jahren folgende im Depo rum, ein Zeit lang hab ich immer so ca. 10-15x SMI ETF’s und ca. 20-30 World ETF im Monat dazu gekauf.

Die ETF spezialisten werden wider sagen was es für ein müll ETF ist aber ich hab mich damals für diese Entschiden und bin einfach dabei geblieben.

Mein Investoren / Anleger Herz schlägt fürs Handeln egal ob materiell oder immateriell.
Immateriell am liebesten OTC (Over the Counter) Unternehmen, Stammanteile GmbH’s und Aktien von AG’s
Materiell von grosse Maschinen (natürlich Maschinengrün) bis Gameboy’s

Ich bin wohl einer der wenigen Maximalismus anhänger hier im Forum.

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Ich würde den Vergleich noch anders machen um bei diesem Beispiel zu bleiben.

Brot selber backen ==> Aktien selber auswählen (kein ETF)
Brot zum aufbacken ==> ETF selber kaufen/auswählen
Brot beim Bäcker kaufen ==> Robo Advisor
Brot wird beim Bäcker für dich gekauft/geliefert nach vorgängiger Beratung ==> Vermögenverwaltung

Aus meiner Sicht ist ein ETF kaufen etwa gleich kompliziert wie einer Aufbackanleitung bei Brot oder
einer Fertigpizza zu folgen. Die Auswahl kann da schon schwerer fallen aber mit der Pizza Margarita (World ETF) macht man nix verkehrt und kann dann noch Lust und Laune noch Salami oder so (Satelliten) drauflegen, wenn man sich das dann wagt. :slight_smile:

Ich glaube der Robo Advisor dient hier vorallem für zwei Zwecke:

  1. Ich muss echt nix lernen und muss nicht mal 1 Stunde aufwenden um zu lernen was ein ETF ist. ==> Faulheit oder Desinteresse
  2. Fehler andern in die Schuhe schieben können; nicht du hast den falschen ETF gewählt und nicht du hast den falschen Robo Advisor gewählt sondern der Robo war einfach sche…se. ==> Verantwortung abgeben

Ist ja alles Recht, wenn man sich dann trotzdem für den Robo entscheidet. Aber die Kosten als gering zu betiteln finde ich schon falsch. Da stimme ich @AlephOne voll und ganz zu.

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Ja, so passt der Vergleich :slight_smile:
Seit gestern auch ein swissquote-Konto und werde mich da mit eigener ETF-Auswahl näher beschäftigen.

Danke viel Mals, werde mir das auf jeden Fall mal anschauen