Wechsel von VWRL USD zu CHF sinnvoll?

Ich habe eine Frage zum Vanguard FTSE All World und komme bei einem Punkt nicht mehr weiter. Vielleicht habe ich einfach einen Denkknoten und ihr könnt mir helfen.

Als ich mit dem Sparplan bei Yuh angefangen habe, gab es den ETF nur über die Londoner Börse in USD. Seit Yuh später auch die CHF Variante an der SIX eingeführt hat, bespare ich nur noch diese. Die ältere USD Position habe ich damals einfach behalten. Jetzt überlege ich, ob es sinnvoll wäre, die USD Anteile zu verkaufen und vollständig auf die CHF Version zu wechseln.

Was mich verunsichert: Der USD hat im letzten Jahr rund 11.5% gegenüber dem CHF verloren. Dadurch habe ich das Gefühl, dass ich heute beim Verkauf deutlich weniger CHF erhalte als wenn ich schon früher gewechselt hätte. Gleichzeitig frage ich mich, ob das überhaupt entscheidend ist, weil der ETF ja global investiert und nicht währungsgesichert ist. Vermutlich verhält sich die CHF und die USD Variante deshalb gleich, aber ich bin mir nicht sicher und möchte nichts falsch verstehen.

Ein Wechsel würde insgesamt 2.25% an Gebühren verursachen:

  • Verkauf USD Variante: 0.65%
  • Währungswechsel USD → CHF: 0.95%
  • Kauf CHF Variante: 0.65%

Ich bin mir unsicher, ob sich das lohnt oder ob es am Ende keinen praktischen Unterschied macht, weil beide Varianten wirtschaftlich gleich laufen.

Könnt ihr mir bitte erklären, ob ich hier falsch denke oder ob ein Wechsel trotzdem Vorteile haben könnte? Ich möchte einfach verstehen, wie ich die Situation richtig beurteilen sollte.

Danke :grinning_face:

VWRL in CHF und VWRD in USD sind die exakt gleichen Fondsanteile. Die Performance während der Haltedauer wird genau gleich sein. Du darfst natürlich nur die Performance in der gleichen Referenzwährung vergleichen, aber es spielt keine Rolle, ob du den Fonds in CHF oder USD gekauft hast. Bei Swissquote könntest du deine VWRD-Position zu VWRL in CHF umtauschen ohne Trade, für einen Pauschalbetrag von CHF 50. Aber Yuh bietet dies vermutlich nicht an.

Die 0.65% für den Verkauf wirst du sowieso irgendwann einmal zahlen müssen, ausser Yuh reduziert die Preise oder erlaubt in Zukunft den Titeltransfer zu einem richtigen Broker. Den Währungswechsel nach dem Verkauf könntest du dann aber auch z.B. via Wise machen, wo die Gebühren tiefer sind.

Finanziell ist es grundsätzlich das beste, wenn du keinen Wechsel machst. Neues Geld in VWRL investieren, aber VWRD behalten. Die USD-Dividenden würdest du idealerweise in VWRD reinvestieren, um einen Währungswechsel zu vermeiden.

Falls deine VWRD-Position allerdings nur ganz klein ist und du dein Portfolio vereinfachen möchtest, dann ist es möglicherweise ok den Wechsel trotzdem zu machen, da die Gebühren in Franken dann auch nicht so hoch wären.

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Spannende und berechtigte Frage:

Die gute Nachricht: der Fond wird in USD geführt.

VWRL wird auf verschiedenen Börsen angeboten. An der LSE kannst du den Fonds in GBP (unter dem Ticker VWRD) handeln, an der SIX mit CHF (VWRL), an der XETRA in EUR (VGWL) usw. https://www.justetf.com/en/etf-profile.html?isin=IE00B3RBWM25#stock-exchange

Am Schluss hältst du deine Anteile am Fonds immer in USD. D.h. wenn du an der LSE kaufst, kaufst du den VWRL in GBP im USD-Äquivalent. D.h. du bist dem USD-Währungsrisiko immer ausgesetzt, egal wo du kaufst.

Ich würde die VWRL-Anteile an der LSE behalten und den VWRL neu an der SIX weiter einkaufen. Am Schluss hältst du den VWRL in USD.

Wichtig: Wenn du deine VWRL-Anteile an der LSE wieder verkaufst, bekommst du in der Regel GBP zurück, ausser Yuh hat dafür eine Ausnahme definiert, dass du USD erhältst.

Kleine Korrektur: VWRD an der LSE ist das Listing in USD. An der LSE kann der Fonds auch in GBP gehandelt werden, aber nicht bei Yuh. Somit erhältst du beim Verkauf auch wieder USD.

Die interne Fondswährung ist USD, aber das ist abgesehen von Dividendenausschüttungen irrelevant und hat keinen Einfluss auf das Währungsrisiko. Das Währungsrisiko von VWRL wird bestimmt durch die Währungsrisiken der Unternehmen. USD hat da natürlich einen sehr grossen Einfluss, aber auch andere Währungen haben einen Einfluss. Ein Weltaktienfonds mit CHF als interne Fondswährung hätte genau das gleiche Währungsrisiko (sofern nicht gehedged).

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Danke für die Korrektur. Stimmt, VWRL and der LSE in GBP, VWRD in USD.

Deine Antwort fasst den Sachverhalt gut zusammen. Ich bezog mich auf das Währungsrisiko auf den Schweizer Investor. Viele gehen davon aus, dass weil sie in CHF kaufen und beim Verkauf wieder CHF erhalten, sie in dieser Zeit keinem Währungsrisiko ausgesetzt waren.

Danke euch für die ausführlichen Antworten. Das hat mir geholfen, meinen Denkknoten zu lösen. Ich finde es immer spannend, die verschiedenen Sichtweisen und Inputs von euch zu lesen und schätze eure Erklärungen sehr.

Der Hinweis zum ETF Tausch bei Swissquote ist auch interessant, das wusste ich gar nicht. Ich werde die Idee gleich auf dem Yuh Feedback Board platzieren. Falls sie dort überhaupt etwas lesen, denn auf meine bisherigen Inputs habe ich noch nie eine Rückmeldung gesehen. Vielleicht klappt es ja diesmal.

Der Punkt mit den USD Dividenden ist ebenfalls sehr hilfreich. Genau so mache ich es aktuell bereits, indem ich die ausgeschütteten USD gleich wieder in die USD Variante reinvestiere, statt sie zuerst mit Gebühr in CHF umzutauschen und dann die CHF Version zu kaufen. Wenn ich alle meine USD Anteile verkaufen würde, könnte ich diese Möglichkeit gar nicht mehr nutzen. Das spricht also auch dafür, die USD Position einfach weiterlaufen zu lassen.

Ich würde eher den Broker wechseln, bei den Gebühren…

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Ich würde wohl entweder A) bestehende YUH Positionen stehen lassen, da keine Depotgebühren anfallen, und bei SAXO beginnen/weiterfahren oder B) Schlussstrich bei YUH ziehen und alles bei SAXO aufgleisen. Abhängig vom bereits Investierten Volumen bei YUH.

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Vorschläge? Saxo habe ich bereits gehört.

Dann hörst Du nun ein zweites Mal Saxo :slight_smile:

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Saxo, Interactive Brokers, Swissquote. Es gibt einige Anbieter würde aber einen richtigen Broker verwenden und nicht die billig Apps die mit Lockvogelangeboten locken. Langfristig sind die zu teuer oder gehen Pleite.

Auch bei mir Saxo & Interactive Brokers. Bei beiden SSAC_CHF. Bei Saxo im AutoInvest, und IBKR nach Bedarf. Keine Forex. ChatGPT sagt: "Echter” CHF - SSAC_CHF ist wirtschaftlich USD-exponiert, aber abwicklungstechnisch CHF-rein. VWRA/FWRA sind wirtschaftlich USD-exponiert UND abwicklungstechnisch USD-abhängig (kann das jemand mal verifizieren?). Und vorallem: bei IBKR keine Stempelgebühr

Davidl ev. verstehe ich dich falsch aber warum bevorzugst du die ausschüttende Variante VWRL statt die thesaurierende VWRA wenn du schon von USD auf CHF wechseln möchtest um beim Kauf Wechselkosten zu sparen ?

die Distr. Variante VWRL schüttet ja primär in USD aus , dann wechselt der Broker automatisch zurück in CHF und Wechselgebühren fallen an. Das kann sich ja je nach Broker nicht lohnen. Wenn du wie oben erwähnt den Betrag eh wieder reinvestierst, macht aus meiner Sicht die ausschüttende CHF Variante wenig Sinn. Dann lieber direkt ne ausschüttung auf ein USD Konto ohne Umrechnung. Vielleicht kann das ja jemand anders beantworten (?)

SonicTheHedgefund Ich war bei der Lancierung von Yuh relativ früh mit dabei, aus diesem Grund war das ETF-Sortiment noch nicht stark ausgebaut.

  1. Anfangs gab es nur den VWRD (Ausschüttend und in USD). Mit dem habe ich gestartet.
  2. Später wurde der VWRL zur Verfügung gestellt, gehandelt an der SIX in CHF, ebenfalls ausschüttend. Ab diesem Zeitpunkt bin ich umgestiegen und habe jeweils die Dividenden vom VWRD & VWRL in den vorherigen VWRD in USD reinvestiert, damit ich keinen Währungsumtausch machen muss.
  3. Anfang diesen Jahres hat Yuh die thesaurierende Variante ins Sortiment genommen, an der SIX in CHF (VWRA). Seitdem kaufe ich nur noch den.

Ja korrekt, ich halte 3x denselben ETF in verschieden Ausführungen :slight_smile:. Natürlich nervt mich das, deshalb habe ich um eure Meinung gefragt, ob es denn Sinn machen würde, wenn ich die nicht VWRA’s verkaufe (hauptsächlich wegen der ETF-Währung USD).

Weil ich einzig und allein nur in den Vanguard FTSE All-World spare, war für mich damals – als ich gestartet habe – Yuh mit Abstand die beste Option. Ich werde mir jetzt aber mal Saxo anschauen, weil es so oft erwähnt wurde.

PS: Dieses hin und her mit den verschiedenen Varianten habe ich extra aussen vor gelassen in meinem Beitrag oben, weil es mit meiner eigentlichen Frage nichts zu tun hat und kompliziert zu verstehen ist :wink:

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Danke für die Auflistung. Würdest du mir von Yuh auch dann abraten, wenn ich für immer wirklich nur den Vanguard FTSE All-World (VWRA) per Sparplan monatlich bespare und dabei nur die Stempelsteuer bezahle? Wenn eines Tages der Zeitpunkt gekommen ist, an welchem ich verkaufe, dann bezahle ich 0.5% Verkaufsgebühren und 0.15% Stempelsteuer.

Ich bin immer noch auf dem Stand, wo dieses Angebot Top ist. Werde mir aber demnächst die Konkurrenz anschauen und vergleichen. Bin wieder um die Erfahrungen anderer froh :slight_smile:

“Wenn eines Tages der Zeitpunkt gekommen ist, an welchem ich verkaufe, dann bezahle ich 0.5% Verkaufsgebühren und 0.15% Stempelsteuer.”

Wenn du jemals wieder ans Geld ran willst, dann wirst du es auf jeden Fall einmal zahlen. Was meinst du, warum bei denen kein Positions-/Depot-Übertrag geht?

Die andere Idee wäre, einen Ausschütter zu besparen, um nachher von den Dividenden zu leben. Aber dann muss es bei den Dividenden genau passen. Ich gehe davon aus, dass auf die Dividenden keine Gebühren bei yuh sind? Dann werden die 0,5% nur bei der Vererbung fällig. :wink:

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Am Ende must du das wissen, es gibt sicher schlechtere Apps und bei Yuh steht immerhin Swissquote dahinter, vom dem her hätte ich da jetzt da etwas weniger Bedenken.

Aber 0.5% sind halt schon einiges und vorallem wenn du irgendwelchen Währungswechsel brauchst 0.95% was schon ziemlich irre ist.

Das Ding ist halt, die Preise können laufend angepasst werden du weisst nicht ob der Sparplan immer kostenlos ist, ob der ETF immer Teil davon ist oder ob Yuh auf einmal monatliche Subscriptions einführt (wollten sie ja am Anfang). Am Ende wollen und müssen sie auch profitabel sein und das ist halt schwierig mit Kunden die grad mal 10’000 CHF auf dem Konto haben und ein paar Kommastellen Bitcoins und für 300 CHF Einzelaktien kaufen (das ist nunmal die Zielgruppe die angesprochen wird und nicht die Kunden mit viel Vermögen).

Und wenn auf einmal die Bedingungen nicht mehr passen dann zahlst du halt. Aber wenn es für dich so passt dann ist das ja schon okay, gerade wenn du z.B. Yuh für alles verwendest und einfach nur Yuh für alles hast, dann ist es sicher nicht soo schlecht. Ich hab am liebsten alles bei einer Bank und das wäre da sicher ein Vorteil. Ich trau einfach dieser kostenlosen Sparplan Nummer nicht auf Dauer.

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Für mich ist nur schon die App-Pflicht ein no go. Ich trade zwar nicht täglich, hab’ den SaxoTrader aber praktisch immer offen auf einer der 3 Screens und sehe sofort, wenn was passiert.

Super Sache, ich danke euch für die Einsichten. Die von euch genannten “Bedenkpunkte” sind absolut logisch und nachvollziehbar.

Die Frage ist natürlich umgekehrt auch, wird Saxo die 0.08% Gebühr für Einzelkäufe, Autoinvest etc. auch irgendwann mal ändern? Wann kommt der noch attraktivere Anbieter auf den Markt? usw. Mit z.B. Saxo hat man dann wenigstens die Möglichkeit auf einen Wertschriftentransfer, das ist wahr.

Ich bin froh auf Saxo aufmerksam gemacht worden zu sein. Für mein Vorhaben (Sparplan) sind Yuh und Saxo beide kostenlos. Das Investieren über mehrere Anbieter zu diversifizieren ist sicher auch nichts verkehrtes. Aus diesem Grund lasse ich meinen zukünftigen Sparplan über Saxo laufen und das auf Yuh lasse ich so wie ist.

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Saxo bietet kein AutoInvest für VWRL. Habe es gerade versucht.
Mein Plan war von Swissquote zu Saxo zu wechseln und das Depot mit meinem VWRL zu transferieren. Der Transfer ginge wohl und ich könnte eine Menge Depotgebühren bei Swissquote sparen, aber eben, es gibt kein AutoInvest für VWRL. Die bieten nur iShares und Amundi an:

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