Misstrauen der 2. Säule

Insgesamt ein guter Post, nur das hat mich stutzig gemacht:

Auf der Grundlage von was?

Ich habe ja nichts grundsätzlich dagegen das man gewisse Dinge in der Gesellschaft staatlich organisiert, wie z.B. Polizei, Militär, Gerichte, etc. aber das heisst nicht das eine Mehrheit einfach x-beliebig alles entscheiden darf ohne Grenzen. Insbesondere Eigentumsrechte sollten soweit es nur geht gewahrt bleiben.

So zu argumentieren wäre ja relativ gefährlich, denn dann wären wir ja bei der „Tyrannei der Mehrheit über die Minderheit“ und die Mehrheit von 51% könnte ja so beschliessen die unterliegenden 49% einfach in eine Zelle zu stecken und dort verrotten zu lassen, oder zum Beispiel alle Menschen mit blauen Augen in Straflager zu stecken. Durch demokratische Prozesse wäre das ja theoretisch möglich, aber deswegen nicht wirklich legitim.

Genauso wie das nicht legitim wäre, empfinde ich es nicht legitim die Bürger die hart für ihr Geld arbeiten quasi auszurauben um damit andere zu finanzieren. Sozialsysteme sollten m.M.n. ausschliesslich privat und auf freiwilliger Basis finanziert sein und wer Geld von anderen möchte, sollte dies vorwiegend in der Familie holen, bei der Kirche, privaten Institutionen wo Leute freiwillig spenden, oder eben durch eine private Versicherung.

Aber es ist nunmal so wie es ist, ändern kann man es nicht, d.h. wir müssen das wohl einfach über uns ergehen lassen. Da es nicht in unserem Einflussbereich ist bringt es auch nichts sich darüber aufzuregen.

Daher ist eine gute Verfassung ( alias „freiheitliche Grundordnung“) wichtiger als Demokratie.
In einer Demokratie ist die Mehrheitsentscheidung zwar Gesetz,
es gibt jedoch ein paar Einschränkungen. Zum Beispiel die dritte Gewalt (Justiz) und auch die Verfassung. In Deutschland bspw. erlaubt der erste Aritkel GG („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) keine Todesstrafe. Wenn als 51% für eine Einführung der Todesstrafe wäre, würde es nicht funktionieren.
Es bräuchte eine 2/3-Mehrheit, um das GG zu ändern.
Dann ist jedoch auch Schluss. Demokratie ist nunmal auch immer ein Risiko.
Ein schlanker Staat ist auch ein gewisser Schutz vor Übergriffigkeit.

aktuellstes Thema als Beispiel: 13. AHV-Rente
Die Mehrheit befand, dass wir uns diese leisten dürfen. Tyrannei, oder schlichte Demokratie? Und das betrifft eben ein Sozialwerk.

Ein anderes Thema wäre die notwendige Senkung des Umwandlungssatzes - aus versicherungsmathematischer Sicht. Wozu aber eine Mehrheit benötigt würde, was sich nicht so einfach kriegen lässt. Immerhin ist die 2. Säule eine der komplexesten Sozialversicherungen überhaupt, angefangen mit BVG und Überobligatorium - wer blickt denn hier noch durch? PS: ich bin Sozialversicherungsexperte, und auch ich empfinde hier eine gewisse Herausforderung

Aus meiner Sicht ganz klar Tyrannei. Die ganze AHV ist Tyrannei. In der AHV passieren massive Umverteilungen wo gewisse Leute sehr wenig einzahlen, gewisse sehr viel, aber am Ende alle ungefähr gleich viel erhalten (klar mit einer gewissen Spanne). Das ist ein super unfaires System wo „wenig tun“ belohnt wird, und Leistung bestraft wird. Also im Prinzip Raubrittertum an den Leistungsträgern der Gesellschaft.

Meine Lösung: AHV abschaffen und der gleiche Prozentsatz jeweils in die 2. Säule einzahlen zusätzlich. So hat jeder mehr garantiertes selbst erspartes Vermögen im Alter und jeder das was er sich erarbeitet hat.

Es gäbe eine einfache Lösung. Keine Renten mehr auszahlen sondern jeder erhält im Pensionsalter seine 2. Säule ausbezahlt. Dann braucht es auch keinen Umwandlungssatz mehr. Jegliche Versicherungsleistung im Zusammenhang mit der 2. Säule würde ich streichen bzw. sogar verbieten. Das sollte getrennt gehandhabt werden. Wer Versicherungsleistungen will soll privat auf freiwilliger Basis eine Versicherung abschliessen. In der 2. Säule sollte ausschliesslich Alterskapital gespart werden.

Aber darauf hoffe ich wohl vergebens ausser wir haben hierzulande vielleicht auch mal einen Javier Milei bzw. 7 davon gleichzeitig :wink: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt :slight_smile:

Die AHV empfindest Du als Tyrannei? Die wohl solidariste Sozialversicherung weltweit, um welche wir beneidet werden? Das nenn ich mal eine Ansage.

Natürlich haben wir in der AHV eine massive Umverteilung: das ist die Idee dahinter, und offenbar verkennst Du die Absicht der AHV. Spielt aber keine Rolle - können wir auch nicht ändern sondern sind automatisch ein Teil dieses Systems

Das ist ja genau das Problem. Wir haben ein hier Schlaraffenlan-System aufgebaut nicht nur mit der AHV sondern generell unseren Sozialsystemen das weltweit Leute versuchen hierherzukommen und zu profitieren. Gerade erst kürzlich musste der Bundesrat wieder eingreifen, da sie festgestellt haben das Leute nur hierherkommen und einen aussichtslosen Asylantrag stellen damit sie in der Zeit der Bearbeitung hier automatisch gratis medizinische Leistungen in Anspruch nehmen können. Dann machen sie hier eine Totalrevision und gehen dann wieder. Super teure Operationen und Behandlungen auf Kosten der Steuerzahler. Einige denken dann oh das ist ja genial das hier einem links und rechts die Kohle geradezu in den Rachen geschoben wird, am besten bleibe ich gleich hier.

Verkennen nicht, mir ist schon klar was die Idee der AHV ist. Was ich damit sagen will ist dass die Idee falsch, ungerecht, asozial, und unfair ist. Genau so wie es auf der Strasse eine Sauerei ist wenn einer zu einer Person hingeht und sagt Kohle raus sonst knallts, ist es genau so wenig okay wenn der Staat das macht. Und im Prinzip ist es nichts anderes als das.

Solidariät ist ein Begriff der einem hier untergejubelt wird damit die Menschen ja zum System sagen, denn wer hat schon was gegen Solidarität? Solidarität ist wenn z.B. dem Nachbar das Haus abfackelt und dann die Nachbarn freiwillig aufgrund des Gemeinschafts und Zugehörigkeitsgefühlts, aus eigenem Willen und aus eigener Motivation dem Nachbarn helfen, ihm ein Dach über dem Kopf, etwas zu Essen, Kleider und Hilfe anbietet. Solidarität ist auch wenn jemand freiwillig Geld an eine Origanisation spendet die er aus eigenem Wunsch unterstützenswürdig findet und helfen möchte.

Solidarität ist nicht jemandem der mehr verdient die Pistole an den Kopf zu setzen und zu sagen, Dude, entweder du zahlst oder sonst nehmen wir dir alles weg und stecken dich in den Knast und machen dir dein Leben zur Sau. Das ist aber genau das was die staatlichen Sozialsysteme machen. Das ist nicht Solidarität sondern das ist gewaltsames Raubritterrtum an den Leistungsträgern der Gesellschaft.

Es ist falsch wenn Leute die nichts / wenig tun gleich viel haben / bekommen wie diejenigen die die Gesellschaft tragen, wir leben nicht im Kommunismus und auch nicht in einem Kibbutz. Und es ist falsch wenn nichts und wenig tun und Schmarotzerei noch belohnt wird, und harte Arbeit bestraft wird in dem das man dann auch noch sein gut verdientes Geld at Gunpoint quasi noch abgeben muss damit man wildfremden Menschen den Lebensunterhalt zahlen kann. Das geht einfach nicht.

Ich möchte eine Gesellschaft wo Leistung belohnt wird, nicht bestraft wird. Wer viel macht, hat auch viel und darf das Erarbeitete auch behalten, wer wenig tut hat auch wenig und wer nichts tut hat halt nichts. So ist es fair.

Von daher, wenn es freiwillig und aus eigenem Willen ist, dann ist es Solidarität. Wenn es unter Zwang und vorgehaltener Pistole passiert, dann ist es Raub bzw. wenn es demokratisch legitimiert wurde, dann eben Tyrannei der Mehrheit über die Minderheit, was es dadurch zwar legal macht, aber deswegen in der Sache nicht besser.

Man muss der Schweiz aber zugute halten, dass die Umverteilung jetzt nicht so extrem hoch ist und Leistung noch honoriert wird. Über den Rhein geschaut sind es schon 40% Lohnebenkosten (geht jetzt auf 42% zu) und trotzdem noch hohe Steuerlast.

Es gibt zum Verhindern des Sozialmissbrauchs nur 2 wirksame Mittel: Lohnabstands/Erwerbseinkommensabstandsgebot. Da geht die BRD genau in die falsche Richtung mit dem Bürgergeld/Mindestlohn.
Die Arbeit muss einfach wesentlich erträglicher sein als irgendwelche Sozialleistungen.
Die andere Möglichkeit wäre Stigma/Schande/Schikane. Das sind allerdings unschönere Massnahmen und auch wegen der Menschwürde nicht beliebig durchsetzbar ist.

Die Karotte ist der Peitsche jedenfalls vorzuziehen.