Da hast du schon Recht im Grundsatz aber was willst man machen?
Die Schweiz besteht leider immer weniger aus Dörfern sondern die Städte mit Agglo werden immer grösser und grösser. Da kann man eben nicht mehr ein paar Personen anstellen in einem Büro wo pro Tag dann vielleicht 5-6 Leute vorbeischauen oder anrufen. In den Städten hast du dann halt tausende die etwas wollen und dann einfach für alles und jedes Thema mal ein paar hundert oder tausend Beamten anstellen kann sich eben niemand leisten. Da ist halt dann die einzige Lösung standardisieren, automatisieren, vereinheitlichen, etc. nur so kann man skalieren.
Mehr Dörfer oder kleinere Städte wären tatsächlich schön aber es passiert das Gegenteil. Wir werden von allen Seiten überrannt und tun absolut nichts dagegen. Die Bevölkerungszahl hat sich in der Schweiz in nur ca. 80 Jahren verdoppelt. In vielen anderen europäischen Ländern ging das wesentlich länger, in einigen sogar x-fach Länger. Daher wird auch alles immer teurer, Wohnungen immer knapper, Jobs immer rarer, etc. am Schluss haben wir Zustände wie in Hong Kong wo die Leute in 2 Quadratmeter Boxen leben.
Alle diese Leute wollen was, nicht nur eine Wohnung, Essen, ein Auto, Reisen, Kinder, Ausflüge machen, zum Arzt, ins Spital, Kita, etc. sondern auch gewisse Dinge vom Staat. Und da kann man eben nicht einfach noch mehr und noch mehr Beamte anstellen sondern dann geht eben die Qualität und individuelle Beratung/Betreuung drauf, zugunsten von Standardantworten/-briefen/-prozessen. Wer damit nicht klar kommt zahlt eben Gebühren/Bussen etc.
Die Überbevölkerung bzw. das viel zu starke Bevölkerungswachstum ist im Prinzip die Ursache fast allen Übels in der Schweiz (und in der Welt) und da ist eben Qualitätsverlust bei Dienstleistungen, sei dies vom Staat oder der Privatwirtschaft nicht ausgenommen. Für die Wirtschaft ist das natürlich super da sie so immer mehr zwischen noch mehr und immer noch billigeren Arbeitskräften auswählen kann (wenn man sie nicht ganz in Billiglohnländer verschiebt), Wohungen sind immer voll, und es werden mehr Dienstleistungen und Waren konsumiert (= mehr Umsatz = mehr Gewinn = mehr Bonus/Dividenden). Aber die Lebensqualität der Menschen sinkt halt drastisch, alles wird teurer, enger, voller, unpersönlicher, und qualitativ schlechter. Die Stimmung immer schlechter, aggressiver, es ist nicht mehr miteinander (wie das z.T. in Dörfern noch der Fall ist), sondern jeder gegen jeden.
Ja es ist halt schon so das die mit mehr oder weniger gleich viel Leuten halt immer mehr machen müssen. Gutes Beispiel sind die Pöstler. Haben ihre fixe Route, dürfen pro Haus nur so und so viele Minuten haben, es werden aber immer mehr Häuser da immer mehr Leute und die Pakete nehmen auch immer mehr zu. Die haben auch keine Lust Überstunden zu machen und dann ist es halt mühsam wenn Herr Hugentobbler noch das Paket in den 4. Stock getragen haben will, zuerst seine ID suchen muss, oder dann noch so unnötige Dienstleistungen in Anspruch nimmt wie sich Geld nach Hause zu senden etc. Genau so ist es halt auch etwas eine „Frechheit“ wenn einer seine Rechnungen statt online noch am Postschalter zahlen will oder Briefmarken am Schalter kauft obwohl es online ginge, oder sonst etwas was gut auch online ginge. Oder generell diejenigen die zuerst 5 Minuten irgendwo ihr Münz zählen müssen obwohl man auch in Sekunden mit Karte/Twint/XY Pay zahlen könnte.
So wie die Sachlage aussieht müssen halt alle zurückstecken, selber denken, selber nachschauen statt anrufen oder vorbeigehen, Sachen online machen, selber effizienter sein etc. ansonsten ist man halt eben selber ein Teil des Problems das die Kosten steigen, andere warten müssen, oder Überstunden machen müssen. Da haben ich dann auch weniger ein Problem damit wenn man eben diesen Leuten die einen Vollservice wollen eben extra Gebühren berechnet.
Da können ja die Behörden nichts dafür bzw. die Leute die da arbeiten. Schuld sind im Prinzip die Bürger selber, gerade in der direktdemokratischen Schweiz hätte man eigentlich alle Möglichkeiten vieles zu ändern. Aber dazu fehlt der politische Wille. Wie gesagt das Verhalten der Behörden und auch Firmen ist einfach eine Konsequenz. Wenn man das ändern wollen würde, müsste man die Ursache beheben. Aber wie gesagt, dazu fehlt der politische Wille und selbst wenn dieser da wäre, ist es im Prinzip eigentlich schon fast zu spät. Jetzt sind wir halt schon 9 Millionen und die 10 wird wohl auch nicht lange auf sich warten lassen.