Vanguard: Total World Stock VT vs. FTSE All-World

Hallo zusammen

gerne möchte ich für mich und auch meinen Sohn 5 Jahre in ETF investieren.

Bin jetzt schon länger dran Informationen zu verarbeiten und das macht mich glaube ich auch langsam blind :wink:

Alle (viele) sprechen immer vom Vanguard FTSE All-World (VWRL), ok habe damit begonnen.

Dann fand ich den Vanguard Total World Stock (VT), den wir in der Schweiz ja auch handeln können.

Jetzt würden mich Eure Gedanken dazu interessieren.

Was würdet Ihr mir empfehlen und warum?

Danke Euch, einem Greenhorn zur Seite zu stehen :slight_smile:

Wenn möglich VT.

VT hat leicht besser performed in der Vergangenheit und wird sehr wahrscheinlich auch in der Zukunft leicht besser performen als VWRL.

Ein Grund aber sicher nicht nur ist, dass VT Small Caps beinhaltet und VWRL nicht. Ohne jetzt gross ins Thema Factor Investing abzudriften aber grundsätzlich kann man sagen, dass längerfristig Small Cap Value Positionen leicht besser performen. Da jedoch VT Market Cap Weighted ist, spielt das wohl nur eine sehr untergeordnete Rolle, dennoch denke ist, dass Small Caps im Portfolio sicher wichtig und sinnvoll sind.

Weiterhin ist die TER von VT mit 0.08% wesentlich tiefer als VWRL mit 0.22%, somit würde auch das für VT sprechen. Man könnte VT noch günstiger haben indem man den nochmals aufteilt aber das ist dann nicht mehr so einfach wie einfach nur 1 ETF zu haben.

Ein weiterer Vorteil von VT ist, dass nach Market Cap Gewichtung etwa 60% Regional Allocation in der USA liegt, also eine klare Mehrheit. Für US Aktien sind US-domizilierte ETF’s am besten da man so, sofern man den richtigen Broker hat und steuermässig alles richtig ausfüllt und auch sonst noch ein paar Kriterien erfüllt, am besten fährt. Mit einem Irland domizilierten ETF verliest du garantiert 15% der US Dividenden wegen Withholding Tax.

Also im Prinzip spricht alles für VT.

Das Problem daran ist, dass man VT mit allen EU Brokern gar nicht kaufen kann. Mit Schweizer Brokern kann man es kaufen, muss aber je nach Broker eine Qualified Investor Bestätigung abklicken (z.B. SQ) und zudem sind auch die Gebühren dafür bei Schweizer Brokern viel zu hoch. Bei Swissquote ist VT kein ETF Leader somit bezahlst du dafür die vollen Aktiencourtagen welche sehr hoch sind und zudem ist der VT in USD, d.h. du bezahlst auch noch 0.95% Umrechnungsgebühren obendrauf.

Somit lohnt sich mit einem Schweizer Broker wohl eher VWRL.

Wenn du aber günstiger fahren willst und zudem auch noch den etwas besseren ETF haben willst, wäre IBKR als Broker zu empfehlen.

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Danke Dir (wiedermal) für Deine prompte und verständliche Antwort.

Habe diese Woche den VT schon mal bei IBKR gekauft, Währungswechsel habe ich auch dort getätigt. Hoffe das passt so, denn mit Revolut ist das nicht wirklich günstig, denn bei Überweisung auf ein anderes Konto fallen hohe Gebühren an.

Kannst Du mir das bitte erklären, so dass auch wir nichts verschenken.

Ja das ist der ideale Weg, denn bei IBKR zahlst du praktisch keine Umrechnungsgebühren. Solange der Betrag kleiner als 100’000 USD ist, ist es eigentlich immer nur die Minimum Gebühr von 2 USD oder so, also im Prinzip eigentlich fast gratis, ausser der Betrag den man wechselt ist sehr klein so dass die 2 USD ins Gewicht fallen würden.

Ist sehr kompliziert und wird auch kantonal leicht unterschiedlich gehandhabt, aber im Prinzip:

  • Bei der Eröffnung hast du das Formular W8-BEN unterzeichnet und ist deinem Account hinterlegt, damit machst du das Doppelbesteuerungsabkommen geltend und es wird die erste Stufe der Steuer nicht deinen Dividenden abgezogen. Ohne dieses Formular wird dir 30% abgezogen von den Dividenden, mit Formular nur noch 15%. Das ist eigentlich ziemlich Straight Forward.

  • Als nächstes versteuerst du dann die Dividenden entsprechend in der Steuererklärung und kannst dann im Formular DA-1 die entsprechenden zweiten 15% Steuerrückbehalt geltend machen, die dir dann vom Steueramt entweder auf dein Konto ausgezahlt werden oder der nächsten Steuerrechnung gutgeschrieben werden, je nach Kanton.

Soviel zur Theorie. Da gibt es aber noch mehr zu beachten.

Teilweise werden Beträge nur zurückerstattet wenn es um mindestens 100 CHF geht. Ist der Betrag kleiner dann ist er weg. Dann werden auch noch Schuldzinsen und andere steuerwirksame Abzüge angeschaut, so dass die Rückerstattung teilweise oder ganz gestrichen werden kann. Sprich, es kommt auf deinen Steuersatz drauf an und wie hoch z.B. allfällige Schuldzinsen sind (Kredit, Hypothek, etc.)

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Was denkst Du wenn man den VT noch mit einem Private Equity ETF kombiniert?

Da ich ja von Selma auf ein DIY Porfolio umstelle und ich auch die Selma ETF schon länger anschaue im Portfolio, sind solche Private Equity ETF sehr performant, haben eine hohe TER, könnte sich aber als kleinere Beimischung lohnen.

Bei IBKR müsste das der DX2D IBIS sein???

Was denkst Du über diese Beimischung?

Danke Dir

Bei Private Equity ETF sind ja einfach Private Equity Firmen drin wie z.B. Partners Group, und nicht Private Equity selbst. Diese Firmen wirst du also die meisten schon in VT drin haben und somit einfach übergewichten. Wenn das das ist was du willst, dann wieso nicht.

Bei Private Equity ETF ist einfach die Volatilität also das Risiko etwas grösser, dafür kannst du etwas mehr Rendite erziehen, kann, muss aber nicht. Eine höhere TER muss nicht per se schlecht sein, für die 0.70% TER würde ich aber zumindest wollen das es längerfristig gesehen eine statistisch signifikante Überrendite erzielt werden kann welche die Kosten mind. deckt und den VT leicht übertrifft was Rendite anbelangt. Kurzfristig wären mir grössere Schwankungen egal, genau so bringen aber auch kurzfristig grössere Renditen nichts wenn sie nächstes Jahr wieder weg sind.

D.h. bevor ich mich jetzt auf einen 0.7% TER ETF einlassen würde, würde ich mir sicherlich die wissenschaftliche Faktenlage / Evidenz anschauen was eine solche Überrendite anbelangt. Einfach so 0.7% zahlen ohne dass längerfristig eine bessere Rendite erzielt werden kann würde ich jedoch nicht. 137% in 3 Jahren ist sicherlich sehr attraktiv doch für mich eher relevant wäre wie sieht es im Rahmen von 10-20 Jahren aus, speziell wenn eine gröbere Krise im Messzeitraum drin ist.

Was man vielleicht bei synthetischen oder Swap ETF noch wissen muss, ist dass die einzelnen Titel nicht effektiv gekauft werden und im Prinzip eine Investment Bank durch ein Derivat (Swap) die Rendite liefert. Dadurch entsteht ein Counterparty Risk, d.h. alles was nicht durch den Colleteral abgesichert ist, ist verloren. Darum würde ich darauf achten, dass wenn synthetisch, dann einen UCITS zertifizierten ETF zu nehmen da so garantiert ist, dass der Collateral 90% des Net Asset Value abdecken muss, d.h. man kann höchstens 10% verlieren wenn der Derivat-Anbieter bankrott geht. Dennoch, 10% verlieren sind 10%, das muss einem bewusst sein.