Finanzrudel Community Forum

Rebalancing: Ein halbes Prozent extra

Ein gut diversifiziertes Portfolio schwankt weniger im Wert und bringt mehr Rendite. Damit das Portfolio nicht nur zu Anfang diversifiziert ist, sondern all seine Vorteile auch über die Dauer der Zeit ausspielen kann, braucht es regelmässige Anpassung – das sogenannte Rebalancing.

Was haltet ihr von Rebalancing? Sinnvoll oder nicht? Was gibt es zu beachten und für welchen Anleger ist diese Strategie geeignet?

Quelle: https://www.truewealth.ch/point-of-view/rebalancing-ein-halbes-prozent-extra/

Hi Sparfuchs

Was mir bei dem Link jetzt grad so ins Auge gestochen sind, sind 45% Obligationen auf den Grafiken.

Nicht das ich gross eine Ahnung hätte, aber ich investiere eigentlich auch nicht mit Beträgen die ich nicht verkraften könnte. Sollte man im Moment wo das Zinsniveau so extrem tief ist nicht Obligationen generell meiden? Die Zinsen bei Obligationen sind so tief, dass im Prinzip der ganze Gewinn durch Gebühren und Abgaben / Depot/Trading Gebühren, Inflation, etc. wieder auf Null ist. Sprich das Vermögen hat in der Zeit nicht gearbeitet, verdient hat lediglich die Bank/der Broker.

Daher habe ich im Moment eine relativ einfache Strategie:

  • Nur Beträge ab 10k CHF investieren, bis dahin auf Broker Konto lassen. Ziel: Gebühren sparen.
  • Investition rein in ETFs die passiv irgend einen Index abbilden (100% Aktien). Dadurch ist bereits Diversifikation vorhanden und selbst hier habe ich verschiedene ETFs die verschiedene Indizes abbilden, auch wenn verschiedenen Emittenten.
  • Keine Obligationen
  • Keine Rohstoffe (ist mir zu riskant, kenne Leute die in dem Bereich Rohstoffhandel arbeiten, das ist echt Mafia mässig wie das da abgeht, ist nicht mein Ding). Einzig was ich mir vielleicht mal vorstellen könnte sind einen kleinen Teil Goldreserven.
  • Keine Immobilien (habe ich gelesen, dass die Gewinne da im Moment auch eher tief sind).

Somit habe ich im Prinzip keine Diversifikation im Sinne Aktien/Obligationen/Rohstoffe/Immobilien, sondern habe alles in Aktien, dafür hier keine Einzeltitel sondern alles stark diversifizierte ETF und davon auch gleich mehrere unterschiedliche. Das kann man auch gut im Sinne von Rebalancing steuern in dem man einfach die nächste 10k Tranche in etwas anderes investiert als man schon hat, z.B. auch auf unterschiedliche Regionen, Marktsegmente oder andere Dinge wie z.B. Developed Countries vs Emerging Markets, etc.

Was natürlich stimmt, dass wenn ich ständig ein Rebalancing machen würde, würde das bei meinem Broker einiges an Kohle kosten. Kann aber auch sein, dass die Aussage lediglich als Verkaufsargument gebraucht wird.

Aussagen wie z.B. „Die diversifizierten Portfolios performen also um 40 Prozent besser als die reine Aktienanlage.“ in dem Kontext (mit Obligationen im Portfolio) halte ich zum Beispiel als sehr fragwürdig, wenn nicht sogar unglaubhaft. Weiterhin stellt sich da dann auch die Frage wie dieser Anbieter (den ich nicht kenne) das Rebalancing genau macht. Hat er ggf. einfach selber ein grosses Depot und verteilt die Assets nur virtuell an seine Kundendepots (ähnlich Swapping) und kann sich so die Transaktionskosten sparen (wenn der Laden aber Bankrott geht sind dann aber auch die virtuellen Anteile weg, da nie wirklich die eigentlichen Titel besessen wurden). Fragen über Fragen …

Aber eben ich machs nicht und ich brauchs nicht bzw. mach es einfach auf meine Art. Ob das am Ende gut ist oder schlecht und wie es raus kommt weiss ich nicht bzw. werde ich sehen, denn eben wirklich eine Ahnung davon hab ich nicht :wink:

Hi AlephOne

Danke dir für deine Rückmeldung. Ich denke wichtig ist, dass man an seiner Strategie festhält. Bez. Obligationen stimme ich dir zu und halte ich aktuell auch für nicht wirklich sinnvoll.

Das Rebalancing kann man gut auch auf reine Aktien-ETFs anwenden, sprich man kann auch 100% Aktienanteil haben und dort in unterschiedliche Regionen investieren - so wie du dies akutell wahrscheinlich bereits machst. :slight_smile:

Genau ja, ich hab World Index, US, Europe, Asien, Schweiz, Developed Countries, Emerging Countries, Nasdaq, etc. also weit gestreut. Und das Rebalancing mach ich einfach in dem Sinne, dass ich quasi bei der nächsten Tranche das Kaufe was am ehesten jetzt fehlt um meine Strategie zu vervollständigen, aber ich gehe nicht hin und verkaufe da Anteile um ein Rebalancing zu machen.