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Manuelles Rebalancing

Macht es Sinn resp. ist es korrekt das Rebalancing wie folgt zu vollziehen:

Vorhandene ETFs : CH Grosskonzerne, CH Mittlere Konzerne, Europa , Schwellenländer und Immo.

Halbjährlich den Durchschnittwert jeds ETFs ermitteln der letzten 5 Jahre, Ergebniss mit laufender Performance vergleichen. ETF mit geringster laufender Performance wird am meisten nachgekauft/stärker gewichtet.

Ist das korrekt?
Gruss R_

Also ich verstehe unter Rebalancing etwas ganz anderes.

Du erstellst für dich eine Zielallokation die für dich passt. Das ist dein Ding das mit deiner Riskiofähigkeit und auch deinen Anliegen übereinstimmen muss. Heisst z.B.

10% CH Grosskonzerne
20% CH Mittlere Konzerne
30% Europa
10% Schwellenländer
30% Immo

um deine Beispiele aufzugreifen. Und nun schaust du alle 6 oder 12 Monate in wie weit du von dieser Verteilung basierend auf der Entwicklung entfernt bist. Sind nur kleine Abweichungen vorhanden, kannst du diese ohne Verkäufe wieder erlangen in dem du einfach vermehrt in die „Hinterbänkler“ investierst.

Wozu ich dazu die letzten 5 Jahre beiziehen sollte ist mir nicht schlüssig. Umgewichten würde ich sowie so nicht, das hat aus meiner Sicht mir Rebalancing nichts zu tun sondern wäre dann eine Anpassung deiner Anlage Strategie und der Verteilung.

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Hallo Na Takk
Ist das Rebalancing wirklich so einfach? Würde mir wie von dir Vorgeschlagen einwenig Arbeit sparen.
Meine Ueberlegung ist eben folgende und ob diese Richtig ist muss ich noch ausfindig machen…:
Wenn ich die Performance der verschiedenen ETFs vergleiche, sehe ich grosse Unterschiede. Bsp. Vanguard all World vs Immo ETF. Der Vanguard all World macht über Jahre die bessere Performance als der Immo und wird prozentual immer Gewichtiger im Depot. Wieso sollte ich diesen im Durchschnitt besser laufenden ETF dann zu gunsten des Immos reduzieren nur damit die Gewichtung wieder stimmt? Dann müsste ich ja fast immer Immo nachkaufen und nie den VT um die Gewichtung im Einklang zu halten? Besser wäre doch die Durchnittsperformance der vergangenen Jahre, um den ETF nachzukaufen der aktuell eine schlechte Jahresperformance hat im Verhältniss zu seinem eigenen Durchschnitt…? Im Anhang noch eine Tabelle evt. hilft das meine Gedankengänge nachzuvollziehen…Vielleicht ist meine Ueberlegung ja nur unötig kompliziert und nur für mich logisch :wink:
Vergleicht man die Roten Zahlen untereinander, so wäre der Euro Stoxx 50 mit der Zahl 3.97 dieses Jahr besonders gut gelaufen wo hingegen der Emerging Market mit 0.75 dieses Jahr sehr schlecht performte. Fazit: Vom Emerging Market müsste am meisten nachgekauft werden und vom Euro Stoxx 50 am wenigsten. Danke für Input
Mfg R_

Die langfristig erwartete Durchschnittsrendite eines diversifizierten, globalen Aktien-ETFs ist höher als von Immobilien- oder Obligationen-ETFs. Aber dafür haben Aktien-ETFs eine höhere Volatilität und zumindest mittelfristig muss man mit grösseren Verlusten rechnen. Eine Anlagestrategie mit mehreren (möglichst wenig korrelierenden) Anlageklassen soll die Volatilität und das Risiko des Gesamtportfolios reduzieren gegenüber z.B. einem 100% Aktien-Portfolio.

Die Zielallokation der einzelnen Anlageklassen und ETFs ist eine persönliche Entscheidung basierend auf dem Anlagehorizont und der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft (und dem Renditebedarf). Aber eine Anlagestrategie mit Zielallokationen kann ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie durch Rebalancing eingehalten wird.

Wenn für deine persönliche Situation 100% Aktien-ETFs passen, dann kannst du deine Anlagestrategie so definieren. Aber wenn du etwas weniger Risiko bzw. Volatilität möchtest und entsprechend eine Anlagestragie mit z.B. 60% oder 80% Aktien-ETFs definierst, dann solltest du dich beim Rebalancing an deine Strategie halten. Sonst ist das Risiko des Gesamtportfolios höher als geplant, was bei einem Börsencrash Probleme verursachen kann. Mit Rebalancing kannst du hingegen nach einem Börsencrash günstig mehr Anteile der Aktien-ETFs kaufen.

Das wäre eine Form von antizyklischem Investieren, wenn ich das recht verstehe. Das ist natürlich eine Möglichkeit, aber damit kannst du das Risikoprofil deiner Anlagestrategie nicht beibehalten. Zu einem gewissen Grad ist auch simples Rebalancing antizyklisch, da du z.B. ja nach einem Börsencrash automatisch günstig mehr Anteile der Aktien-ETFs kaufst. Aber du willst vermutlich einen stärkeren Effekt als was durch simples Rebalancing erreicht wrid.

Wenn du trotzdem mit deiner Formel antizyklisch investieren möchtest, so würde ich folgende Variante vorschlagen: Definiere deine Anlagestrategie mit Bandbreiten für jede Anlageklasse bzw. jeden ETF. Also statt fix 60% Aktien sagst du z.B. 50-70% (je nach deinem Risikoprofil). Innerhalb dieser Bandbreite benutzt du deine Formel, aber beim Rebalancing schaust du immer, dass du innerhalb der Bandbreite bleibst. Damit kannst du sicherstellen, dass du nicht zuviel Risiko eingehst, nur weil du auf den antizyklischen Effekt spekulierst.

Das ist einfach spontan eine Idee wie du das Risiko etwas begrenzen könntest. Ich selbst benutze einfaches Rebalancing und habe obiges nie ausprobiert.

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Aus meiner Sicht ist das von mir beschriebene ein Rebalancing. Du verkaufst das wo deine Allokation überschritten wird und kaufst das nach, wo die Allokation unterschritten wird.

Und ja, das heisst das du immer wieder Immos nachkaufst, wenn du immer 30% Immos haben willst und sich dein Portfilio weiter entwickelt.

Jetzt kann ich natürlich dieses Rebalancing optimieren in dem ich z.B. fast nie verkaufe sondern einfach vermehrt in die unterschrittenen Werte investiere oder ich schon „ahne“, dass ETF mehr Performance macht als Immo und investerie schon unter Berücksichtigung dieser Performance Annahme. Dann muss ich tendenziell weniger Rebalancing betreiben. Das ist wohl auf was du raus willst.

Aber am Schluss ist Rebalancing einfach die aktuellen Werte auf die geplanten Werte angleichen (Prozentual).