Investition in der Schweiz

Hallo, ich bin neu in dieser Community und würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen zum Thema Investitionen in der Schweiz mit mir teilen könntet. Ich bin in Deutschland ansässig.

Ich möchte ca.100.000€ anlegen. Der Grund dafür ist Vermögensschutz, da ich dem Euro nicht mehr wirklich vertraue.

Da ich bereits ein großes Aktiendepot in Deutschland habe, soll die Geldanlage in der Schweiz möglichst konservativ sein, zum Beispiel:

  • Schweizer Staats- und Unternehmensanleihen

  • Teilweise Bargeld einfach in Schweizer Franken parken

Welche soliden Banken/Broker kämen in diesem Zusammenhang infrage?

Da ich mich mit dem Schweizer Bankensystem noch wenig auskenne, wäre ich dankbar, wenn mir jemand ein paar Sätze dazu schreiben könnte.Ggf wisst ihr auch, wie die Besteuerung zwischen der Schweiz und Deutschland aussieht.

Ich bedanke mich im Voraus.

Viele Grüße

Viele Schweizer Banken/Broker akzeptieren nur Kunden, die in der Schweiz wohnen, wobei es für Nachbarländer ein paar Angebote gibt (möglicherweise für Grenzgänger gedacht). Aber Schweizer Broker sind typischerweise deutlich teurer.

Wenn es wirklich nur um die Währung geht, dann ist es vermutlich einfacher weiterhin EU-Banken/Broker zu benutzen. Zumindest Interactive Brokers sollte z.B. die CHF-Obligationen-ETFs UBS SBI® Foreign AAA-BBB 1-5 ESG UCITS ETF CHF acc bzw. UBS SBI® Foreign AAA-BBB 5-10 ESG UCITS ETF CHF acc anbieten. Und Interactive Brokers bietet einen sehr attraktiven Währungswechsel für Investoren. Eine andere Möglichkeit wäre ev. iShares Core CHF Corporate Bond ETF (CH) CHF, aber dort werden von den Dividenden 35% Verrechnungssteuer abgezogen, ev. zum Teil rückforderbar, weiss es nicht wie es für deutsche Einwohner ist.

Eine andere Möglichkeit wäre ein globaler Obligationen-ETF mit CHF-hedging (statt EUR-hedging, was für deutsche Einwohner normal wäre). Da gibt es z.B. AGGS.

Cash parken: Es gibt sicher EU-Banken, welche ein CHF-Bankkonto anbieten. Das Problem dort ist wohl, dass der Währungswechsel teuer sein könnte. Wise könnte helfen, aber CHF-Überweisungen ausserhalb der Schweiz können relativ teuer sein. Ev. wäre ein CHF-Geldmarktfonds beim Broker eine Alternative.

Ich hoffe dir ist klar, dass CHF zinstechnisch nicht interessant ist. Obige Anlagen sind also nur interessanter als EUR-Obligationen, falls der EUR stärker an Wert verliert gegenüber CHF als man vom Zinsunterschied bereits erwarten würde.

Langfristig ist das Aktiendepot der bessere Vermögensschutz (angenommen diversifiziert). Ich weiss nicht wie gross dein Aktiendepot bereits ist, aber je nachdem wäre es vielleicht sinnvoller einen Teil der 100k auch noch in Aktien-ETFs zu packen. Hängt natürlich von deinem Anlagehorizont ab.

Angenommen du bist normal unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland, so ändert ein Schweizer Konto nichts daran. Auf Dividenden von ETFs/Aktien/Obligationen mit Schweizer Domizil und Zinsen¹ von Bankkonten in der Schweiz zahlst du die bereits erwähnte 35% Verrechnungssteuer. Die ersten beiden erwähnten Obligationen-ETFs (Domizil in Luxemburg), AGGS (Domizil in Irland) und CHF-Bankkonten in der EU sind nicht davon betroffen. Die Behandlung der Verrechnungssteuer ist im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz geregelt.

¹ Zinsen sind aktuell eher theoretisch.

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Swissquote und Yuh nehmen ausländische Kunden.

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Vielen Dank für die ausführliche Informationen.

Spannendes Thema!
Ich stand vor einer ähnlichen Überlegung. Am Ende bin ich zum Schluss gekommen, dass die CHF-Position wichtiger ist als ein Schweizer Depot an sich.

Mit einem internationalen Broker kannst du oft CHF halten oder in CHF-Anlagen investieren, ohne die höheren Gebühren vieler Schweizer Banken in Kauf nehmen zu müssen. Für Vermögensschutz würde ich deshalb zuerst die gewünschte Währungsallokation definieren und erst danach den Broker auswählen.

Vielleicht wäre sogar willbe invest Festgeld eine Option. Gute Wechselkurse und ich glaube die nehmen Kunden aus ganz DACH.

Die Wechselkurse bei wiLLBe waren mal gut (0.1%). Dann haben sie die Gebühren ver-3-facht auf 0.3%. Selbst für ihren Robo-Invest, welcher ständig irgendwas tauscht. Sehr schade. Saxo, Wise und Revolut sind nun attraktiver.