"Hallo" aus der Zentralschweiz

Hi zusammen

Ich bin 42 Jahre jung und Familienvater aus Deutschland und lebe seit mehr als 15 Jahren in der Zentralschweiz. Mittlerweile sind wir auch stolze Eidgenossen.

Das Thema Finanzen interessiert mich seit vielen Jahren. Genauso wie die FIRE-Bewegung. Ich investiere bereits seit über 10 Jahren (eigentlich zu spät, ihr kennt das vielleicht :wink: ) und befinde mich auf einem guten Weg, meine finanziellen Ziele zu erreichen. Ich investiere zu über 90% streng passiv, möglichst diversifiziert, ohne Klumpenrisiko und unnötige Komplexität. Nur den “verdammten” Dividenden-ETF konnte ich mir nicht verkneifen, auch wenn ich weiss, dass es nur bedingt Sinn macht. Eine Immobilie haben wir nicht.

Neben Familie und Beruf interessiere ich mich für Sport (HIIT, Fussball, Joggen, Wandern), Natur, Kochen und vor allem gute Gespräche. Besonders letzteres finde ich unheimlich schwer zu finden. Was heisst “gute Gespräche”, fragt ihr euch vielleicht? Nun, das ist natürlich eine individuelle Sache. Ich mag Gespräche mit Tiefgang, viel Humor, aber auch tiefster Ehrlichkeit und Offenheit. Vielleicht fühlt sich ja jemand von euch angesprochen. Ich würde mich über einen Austausch freuen :slight_smile:

Viele Grüsse und danke fürs Lesen!

Das klingt ja spannend Aktienpilot14, wann hast Du denn geplant den (teilweisen) Ruhestand anzugehen? Ich lebe zwar nicht in der Schweiz bin aber öfters vor Ort und habe Familie im Kt. SZ. Tatsächlich kenne ich gar niemanden, der in meinem schweizerischen Umfeld vorhat FIRE zu betreiben aber die meisten haben auch kaum in die 3a eingezahlt oder private Vorsorge getroffen darum spannend. Ich werde FIRE leider eher nicht schaffen, habe zwar mit Mitte der 20er angefangen aber leider privat viel “verliehen” und dann auch noch Mist gebaut und relativ viel in geschl. Immofonds versenkt, die weder ausschütten noch die geplanten Rückläufe leisten können. Depot ist zwar vorhanden aber Dividenden sind meine ganz grosse Passion und von daher bin ich nicht wirklich rational mit meinen knapp U50 Jahren aber sei es drum. Ist denn FIRE überhaupt in irgendeiner Form mit Kindern in der Schweiz denkbar? Gute Zeit und Grüsse

Hi @KD77

Vielen Dank für deine Rückmeldung und Einblicke in deine Vergangenheit.

Zu Deinen Fragen zu FIRE: Ich habe selbst eigentlich auch spät angefangen, darüber nachzudenken (ca. im Alter von 35 Jahren). Vorab: Ich sehe FIRE nicht als Ziel zum “Ich muss nichts arbeiten!”, sondern “Ich bin nicht vom Gedeih oder Verderb bzw. Entscheidungen meines Arbeitsgebers abhängig, sondern ´frei´!” Ich arbeite gern!

Sparsam war ich schon immer. Das ist einfach mein Naturell. Ich habe nie Wert auf Statussymbole oder Exklusivität gelegt. Ich war aber auch nie knausrig und habe nie bewusst verzichtet. Für mich war es eher eine Art Spiel, mich auf guten Kosten/Nutzen einzustellen. Ein Coffee to go z. B. war für mich immer Unsinn oder ein Kauf, ohne vorher Rabatte und Aktionen zu überprüfen. Das in Kombination mit einem guten Einkommen (gemäss Lohnstudie Schweiz; ich bin im Sinne meines Verdienstes nicht “reich”) hat mich meinem Ziel näher gebracht. Dazu kamen gute Anlageentscheidungen und natürlich gute Börsenjahre. Ich habe jedoch nie gezockt. Ich setze nicht auf Krypto, Hebelprodukte oder sonst etwas, sondern bin sehr konservativ und stoisch. Wenn man sparsam ist und langfristig plant, kann etwas Anständiges zusammenkommen.

Du hast übrigens Recht: Mit Kindern wird man hierbei automatisch etwas ausgebremst. Aber natürlich lohnt sich das 1000fach mehr, also früher finanziell unabhängig zu sein :slight_smile:

Des Weiteren muss man berücksichtigen, dass meine Partnerin und ich natürlich zusammenlegen. Alleine wäre das Ziel doch noch sehr weit weg.

Was heisst für mich FIRE: Meine Partnerin und ich haben 2 Stufen kalkuliert. FIRE (Bezug von 80.000 Fr/Jahr bei 4% Entnahmerate) und LUXURY FIRE (Bezug von 120.000 Fr/Jahr bei 4% Entnahmerate). Wie nah wir dran sind, verrate ich erstmal nicht :wink:

Wie bist du denn heute finanziell aufgestellt? Hast du “Ordnung” in deine Finanzen hineingebracht?

Hallo Aktienpilot14, das klingt alles echt spannend und sehr schön, dass ihr da auch gemeinsam dran arbeitet. Mein Partner und Vater der Kinder ist zwar fleissig und arbeitet extrem viel (derzeit hat er wieder Burnout arbeitet gar nicht) aber er betont immer, wie gut es ist gar nichts zu haben und dass später die Ergänzungsleistungen die Miete zahlen-was ich bei einer 4 Zimmerwohnung in Frage stelle. Er hält gar nichts von Anlagen egal welcher Art, Aktien sowiso des Teufels die Leute die damit Gewinne machen nehmen anderen was weg die Geld verlieren so denkt er, Gold und Silber wird Elon demnächst von Asteroiden abbauen und damit wird es wertlos, Krypto eh Humbug hab ich aber auch kein Investment. Es ist ein wenig schade, er ist auch nicht so glücklich, dass meine Familie und ich schon so einiges für unsere Kinder angelegt haben das hält er immer für unnütz und sowas braucht kein Kind er und die Geschwister konnten sehr gut ohne so etwas klarkommen. Wir haben auf jeden Fall überwiegend strickt getrennte Finanzen und keiner hat Einblick ob der andere plus oder minus auf dem Konto hat. Bezüglich Ordnung muss ich sagen, ich habe zumindest die von meinem Vater vor sehr langer Zeit in Absprache mit mir gekauften Fonds in den letzten Jahren in ETFs umgewandelt, das kostet mich grandiose Krankenkassenbeiträge seit 2 Jahren die einen Grossteil meines Einkommens verchlingen, ich wohne ja in Deutschland bin dort selbständig als Promoterin und ansonsten Einkommen aus Gastro Aushilfstätigkeit Schweiz. Das ergibt dann immer Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil für die Krankenkasse. Ich wollte auch nie raus aus der GKV in Deutschland und wenn ich sehe wie die Zähne vieler Schweizer beieinander sind und wie sie zögern zum Arzt zu gehen trotz massiver Beschwerden, da ist das dann ok, da ich auch schon älter und autoimmun krank bin. Die Sachen die mich drücken, wie die geschl. Immofonds kann ich leider nicht einfach abstossen, derzeit liegt der Rückkaufswert um die 35% auf dem Zweitmarkt und erwartet wird zwar auch keine vollständige Rückzahlung aber immerhin um die 80 %. Das war ne üble Entscheidung, Geld so lange so zu binden und dann auch noch im 6 stelligen Bereich. Meine Mutter hat ne Beteiligung die nach wie vor gut läuft kommt halt immer aufs Objekt drauf an aber generell kann man nur sagen Finger weg. Ich muss einfach abwarten es hilft nichts. Habe lebenslang zu den Geringverdienern gehört und mir schon einiges abgespart um Sparquoten zu erfüllen, das ist heute nicht anders, die Kinder bekommen aber meist was sie wollen wenn es nicht grade ein Entrecote für 55 Franken ist :wink:. Die ersten Börsenaufträge habe ich noch Mitte der 90er über meinen Vater und damals per Telefon abgegeben. Dann hatte ich etliche Jahre wo alles für die Nebenkosten des Studiums und die danach alternativen Ausbildungen draufging. Geld zurücklegen konnte ich erst ab etwa 2007 wieder. Fonds wurden ab der 10er Jahre gekauft und auch vermehrt Einzelaktien mein Vater hat mich da immer bekniet unter 10 K braucht man nie was kaufen und von daher ging das super flangsam und schrittweise und nicht kontinuierlich weiter, leider brachten diese Fonds im Schnitt nur 4,5% da die Ter hoch war und ein Teil auch Gelmarktfonds. Ich wollte schon 2016 in ETFs umschichten aber mein Vater warnte mich, ich war in Elternzeit und diese Krankenkassenbeiträge hätten mich damals erschlagen so habe ich erst 22 umzuschichten angefangen und seitdem kontinuierliche Aktien Sparpläne bei Neobrokern und ETF Sparpläne bei finvesto. Ich werde nie wieder warten bis 10 K zusammenkommen. Ab und zu mache ich nen kleinen Zock derzeit mit ner Platinmine und nem Goldminen ETF aber im grossen und ganzen werde ich zukünftig versuchen kaum umzuschichten, die Kosten dafür sind einfach zu hoch auch wenn ich nen Grossteil der abgezogen Kapitalertragssteuer immer wiederbekam. Für mich ist bis auf diese leidlichen Immofonds alles gut und ich habe vor, später mit Auszahlungsplänen und den von mir geschätzen Dividenden meine Rente zu bestreiten. Ein schönes besinnliches Weihnachtfest Deiner Familie und Dir und Beste Grüsse

und

Astreine Logik. Selbst einen schmarotzerischen Lebensstil gutheisen wo man auf Kosten anderer lebt, aber diejenigen die arbeiten gehen, auf gewisse Sachen verzichten und dadurch sparen und etwas anlegen können und so für sich selbst sorgen können in der Zukunft, die nehmen den anderen das Geld weg. Genau mein Humor. :clown_face:

Verstehe Deine Logik ehrlich gesagt auch nicht, niemand will hier bewusst schmarotzen, sondern es wird trotz enormer Arbeitsleistung realistisch gesehen darauf hinauslaufen. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wir haben diametral konträre Ansichten was den Umgang mit Geld und Anlagen angeht. Das rührt m.E. von unserer individuellen Kindheit her. Ich bin immer unterstützt worden durch meine Eltern, der Umgang und das sprechen über Geld war präsent, konnte auch häufig etwas zurücklegen weil ich während vieler Jahre Reisetätigkeit meinen Wohnsitz wieder zu ihnen verlegt habe. Er ist extrem sparsam, hat allerdings die PK zugunsten Selbständigkeit aufgelöst und erst kürzlich wieder damit begonnen. Er zahlt soviel er kann ein aber die Rente ist nicht mehr in allzu weiter Ferne, insofern ist es realistisch, dass PK und AHV nicht reichen um die hohe Miete zahlen zu können. Es ist auch geplant so lange die Gesundheit mitmacht zu arbeiten unabhängig von dem ges. Renteneintrittsalter. Geschäft würde ich sagen ist naja, wäre m.E. viel besser angestellt dran doch mit deutlich Ü50 und vielen Jahren Selbständigkeit bist nicht grade der Hit auf den der Arbeitsmarkt wartet. Keine Hilfestellung vom Elternhaus und kein Money Mindset mitbekommen sind auch noch so Sachen. Denk mal dran es gibt wirklich gar nicht wenig Leute die Geld und Vermögen eher negativ betrachten sei es in der Schweiz oder auch in Deutschland. Ich sehe hier gar keinen schmarotzerischen Lebensstil. Es wird nie Urlaub gemacht nur gearbeitet und maximal alle paar Monate in Deutschland ein Wochenende verbracht im Kreis der Familie und quasi nie für irgendwelchen Luxus Geld ausgegeben.

Kann es gerne genauer erläutern:

Es ist seltsam das jemand kritisiert das Leute Gewinne auf Kosten anderer machen mit legitim und selbst verdientem Geld und damit anderen “was wegnehmen“, wenn er selber das selbe tut und das noch auf moralisch verwerflicher Weise.

Leute die z.B. in Aktien investieren wie die meisten hier im Forum haben ihr Geld auf ehrliche Weise verdient, egal ob sie viel oder wenig verdienen, und dann in ihrem Leben auf gewisse Sachen verzichtet damit sie etwas Geld auf die Seite legen und sparen können. Das auf die Seite gelegte Geld wird dann investiert z.B. in Aktien und damit profitiert die Wirtschaft weil die Firmen mit diesen Geldern Innovation vorantreiben, neue Produkte entwickeln können etc. Es sind produktive Assets und diese Güter kommen in der Regeln dann allen zu Gute, genau so wie die Steuergelder dieser Firmen.

Alles ist selbst erarbeitet, selbst verdient, und vorallem ehrlich verdient.

Ergänzungsleistungen beziehen ist nicht einfach etwas wo man “halt” macht wenn es “halt” nicht reicht, und das Geld ist ja nicht einfach vom Himmel gefallen oder vom “Staat“. Nein, das Geld kommt von genau all denjenigen Menschen links und rechts von dir, deine Nachbarn, deine Mitmenschen die ebenso ehrlich ihr Geld verdient haben, ihnen aber ein Teil dieses Gelds zwangsmässig abgenommen wurde um eben leider genau so Leute finanzieren zu müssen unter anderem.

Ergänzungsleistungen oder generell Hilfe stehen einem nicht einfach so zu, sondern die bezieht man weil man selber versagt hat und nun müssen andere für einen zahlen. Es reicht halt nicht, Arbeitsmarkt, nicht gerade der Hit, keine Hilfestellung vom Elternhaus, kein Money Mindset, etc. das sind alles primär Ausreden und die Schuld bei allen anderen gesucht. Das ist etwas billig und im Prinzip ist das alles eigene Schuld.

Ein anständiges Mindset wäre da gewesen, was hätte ich selber besser machen können damit ich anderen nicht zur Last falle? Bessere Ausbildung, mehr Arbeit, bessere Produkte und Dienstleistungen, ev. war Selbstständigkeit die falsche Entscheidung? Wie hätte ich mich besser informieren können aus eigener Initiative wie man Geld investiert und spart und so selber für sich vorsorgt? Was wird vom Arbeitsmarkt denn gesucht und was davon könnte ich machen? Und so weiter. Nicht einfach was haben alle anderen falsch gemacht und mir nicht geholfen damit ich jetzt da stehe wo ich stehe, sondern was habe ICH falsch gemacht.

Primär ist jeder erstmal selber für sich verantwortlich und niemand ist zu irgendwelcher Hilfe verpflichtet sondern man hat erstmal für sich selber zu schauen und dafür zu sorgen das man selber über die Runden kommt.

Es kann ja durchaus mal sein das jemand unverschuldet in eine Schieflage gerät (klingt mir hier aber nicht nach unverschuldet sondern eher nach billigen Ausreden und Schuld bei allen anderen gesucht), aber das jemand Leute kritisiert da sie angeblich anderen etwas wegnehmen durch ihre Investments, aber selbst sich von anderen finanzieren lässt und das auch noch als Selbstverständnis sieht und es so locker drauf abkommen lässt im Sinne von ja dann bezahlen halt dann Ergänzungsleistungen die Miete (sprich, sollen dann halt andere bezahlen für mich denen das Geld für mich weggenommen wurde ob sie wollten oder nicht), das ist eigentlich schon eine ziemliche Frechheit.

Oder anders: Wasser predigen aber selbst Wein trinken.

Ich gebe Dir in vielen Punkten Recht, dass jeder seines Glückes Schmid ist aber in dem Fall kommen halt noch psychische Krankheiten dazu die teils lange (2-3 Monate) Ausfälle verursachen und es ist dann m.E. doch teils unverschuldet weil er da nie rauskommt aus dem ewigen Hamsterrad von Krankheit und zuviel Arbeit und ich es von der Seitenlinie mitmachen darf, was nicht einfach ist, da ich ja wie eingangs erwähnt eine ganz andere Aufstellung und Einstellung habe. An Qualifikationen und Nachfrage auf dem Markt an seinen Leistungen mangelt es nicht es sind 2 EFA vorhanden in gesuchten Branchen. Ich würde so auch absolut nie meinen Lebensabend auch nur erwägen zu planen aber kann verstehen, dass mit ausgezahlter PK und erneutem Anfang vor kurzem nicht mehr viel in den wenigen Jahren bis zur Rente geschehen kann. Ich werde jedenfalls weiterhin die Sparpläne der Kinder und meine füttern und mich da auch nicht von abhalten lassen.

Ich denke allerdings nicht, dass mit meinem investierten Kapital etwas gutes für die jeweiligen Unternehmungen gemacht wird, sei denn sie emittieren neue Aktien. Ich möchte einfach, dass mein Geld für die Kinder und mich mitarbeitet und es ist ein grosser Baustein meiner Altersvorsorge aber ich kenne auch genügend Leute jeden Alters die den Kapitalmarkt ablehnen aus verschiedenen Gründen. Ich wünsche nun besinnliche Feiertage und Danke sehr für die Erklärungen.