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Bis vor kurzem hatte ich viele Jahre nur in ETFs investiert. Dieses Jahr war ich dann eigentlich nur auf der Suche nach einer neuen Depotbank. Ich ging davon aus, dass das eigentlich eine ganz einfache Sache sein sollte. So bietet die Deutsche Bank ja z.B. bis zu 7.500 € Prämie für einen Depotwechsel an. Die Konkurrenz zwischen den Banken schien also hoch zu sein.

Schnell stellte ich fest, dass sich das Thema doch wesentlich komplizierter gestaltet. Denn nicht jede Bank hat alle ETFs in ihrem System, sondern oft nur einen kleinen Ausschnitt davon. Je mehr Positionen man kauft, desto kongruenter wird das eigene Portfolio mit dem Angebot der Bank. Und bei rund 20 Positionen im Depot war mein Bestand damit praktisch nicht mehr transportfähig. Ich habe verschiedenen Banken meine ISIN-Liste geschickt und meist war nur ein kleiner Teil der Positionen bei der jeweiligen Bank verwahrfähig.

Einzige Ausahme war Swissquote. Die hatten alle ETFs mit einer Ausnahme im System. Hier bekam ich auch gleich einen Anruf von einer freundlichen Dame, die mir mitteilte, dass dieser eine ETF dann auch verwahrt, nur eben nicht online gehandelt werden könne.

Hier zeigte sich aber die nächste Hürde: Hätte das selbst nie gedacht, aber es ist psychologisch sehr schwer, einen großen Teil seines Vermögens, den man über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut hat, so mir nichts Dir nichts zu einem völlig fremden Institut zu übertragen. Für mich erwies es sich als unmöglich!

Da kam mir plötzlich eine Idee: Warum eigentlich unbedingt an dieser alten Fonds-Strategie festhalten? Sie kam noch aus einer Zeit, in der ich mich um meine Geldanlagen möglichst wenig kümmern wollte. Aber das hatte sich geändert und Fonds haben auch viele Nachteile. Ausgabeaufschläge (ok, fallen weg, wenn man über die Börse kauft oder in reine Index-Fonds investiert), Verwaltungsgebühren in Höhe von zum Teil mehreren Prozent (gut, bei Index-Fonds meist auch sehr niedrig) und meist vollständig thesaurierend, d.h. um Liquidität zu generieren, muss man einen Teil verkaufen. Das könnte ich umgehen, wenn ich künftig in Einzeltitel investiere, zudem würde ich dadurch ein transportables Portfolio erhalten. Außerdem könnte ich während des Aufbaus eines weiteren Portfolios Vertrauen zu einem neuen Institut aufbauen, zu dem ich dann nach und nach mehr Vermögenswerte ziehen kann.

Na, und so bin ich seit gut zwei Wochen Inhaber eines Swissquote-Depots und hab schon meine ersten drei Positionen angelegt. Geplant ist ein Portfolio mit ca. 30 Titeln und ich freue mich schon sehr darauf, es aufzubauen. Bisher habe ich auch einen sehr guten Eindruck von Swissquote. Die Oberfläche ist benutzerfreundlich und man hat einen sehr leichten Zugang zum Kundenservice (z.B. Start eines Chats innerhalb weniger Sekunden). Die Trading-Gutschrift habe ich nach Eingabe des Aktionscodes von hier auch sehr schnell erhalten. Denke, bei der Sicherheit könnte noch zugelegt werden, da das benutzte TAN-Verfahren mit Codekarte veraltet ist. Aber da bin ich optimistisch, da Swissquote mir ein sehr ambitioniertes und dynamisches Unternehmen zu sein scheint.