Finally habe auch ich mich entschieden, die UBS zu verlassen und mein Portfolio zu Swissquote zu zügeln. Ich bin mir jedoch unsicher, wie ich hier nun vorzugehen haben, damit das Geld zu Swissquote transferiert wird. Gibt es da eine „gute“ und „weniger gute“ Variante? Ich möchte dies so bald als möglich vornehmen.
In welcher Form ist dein Portfolio bei der UBS? Da du bei Swissquote Invest Easy als Ziel hast, nehme ich mal an, dass du es bei UBS in UBS Manage, einem UBS Fondskonto oder UBS key4 smart investing hast (und nicht einem simplen Wertschriftendepot¹).
In einem solchen Fall kannst du sehr wahrscheinlich keinen Titeltransfer machen und musst das Portfolio liquidieren. Falls es sich um einen grossen Betrag handelt, so würde ich die Liquidation z.B. in drei Schritten machen, um das Risiko einer verpassten Börsenrally während des Transfers zu reduzieren.
Falls du etwas Interesse an Finanzen hast, so würde ich dir empfehlen zu lernen wie du selber in ETFs investieren kannst, in welchem Fall ich auch Saxo empfehlen würde. Ein reguläres Wertschriftendepot bei Swissquote kann auch ok sein, aber ist nach der Erstinvestition praktisch immer teurer und wenn man nicht aufpasst, deutlich teurer. Du kannst das auch mal mit einem kleinen Betrag ausprobieren, so dass du dich wohl damit fühlst bevor du dein Portfolio transferierst.
Falls du wirklich nicht selber in ETFs investieren möchtest, so wären finpension Invest und VIAC Invest etwas günstigere Alternativen zu Swissquote Invest Easy, aber natürlich immer noch teurer als selber in ETFs zu investieren. Die Standardstrategien dieser Anbieter sind nicht identisch. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, könntest du dein Geld auch auf zwei Anbieter aufteilen.
¹ Falls du bei UBS doch ein simples Wertschriftendepot hast, dann verstehe ich nicht wieso du Invest Easy als Ziel hast. In einem solchen Fall könntest du allenfalls sogar einen Titeltransfer zu einem Wertschriftendepot bei Saxo (oder Swissquote) machen, aber müsstest zuerst abklären, ob sich das lohnt von den Gebühren her (wohl nur bei einem grösseren Portfolio). Swissquote übernimmt manchmal die Übertragungsgebühren bis zu CHF 500, aber das aktuellste Angebot scheint abgelaufen zu sein: Übertragen Sie Ihre Vermögenswerte und sparen Sie bis zu CHF 500
Hallo zämä, vielen Dank für eure ausführlichen Rückmeldungen.
Ich habe aktuell ein UBS Fondskonto, korrekt (UBS Strategy Fund Equity CHF P-acc).
Was meinst du mit „einen grossen Betrag“? Sprechen wir hier ab 500K oder ähnliches?
Aktuell bin ich noch nicht wirklich versiert, selber in ETF’s zu investieren. Ergo auch nicht sicher, ob Swissquote überhaupt das richtige für mich ist, oder ob ich es über einen anderen Robo-Advisor laufen lassen soll.
Es geht eher um den individuellen Standpunkt als einen absoluten Betrag. Wenn deine Investition z.B. erst die Ersparnisse eines (normalen) Jahres sind, dann ist das relativ zu deinen Ersparnissen deines gesamtes Lebens wohl nicht sehr gross. Aber wenn du schon 10 oder noch mehr Jahre gespart und investiert hast, dann ist der Gesamtbetrag wohl für dich bereits relativ gross.
Ich kenne zwar die Web bzw. Mobile UI des UBS Fondskontos nicht, aber grundsätzlich ist der Unterschied nicht sehr gross zwischen der Zeichnung eines Fonds bei einem Fondskonto und dem Kauf eines ETFs bei Swissquote oder Saxo. Oder hast du die Fondsanteile komplett über deinen Berater gekauft?
Es gibt eine riesige Auswahl von ETFs, aber da musst du dir nur einmal einen gut diversifizierten und sonst passenden ETF aussuchen und das reicht im Prinzip schon (du kannst dein Portfolio auf mehrere ETFs ausbauen, aber ist nicht unbedingt nötig, sofern du nur in Aktien investieren möchtest). Beim Kauf gibt es mehr Möglichkeiten wie z.B. Limit Orders und es läuft während Börsenzeiten in Echtzeit, aber bei Investition in einen populären ETF ist es normalerweise ok, wenn du zu einem beliebigen Zeitpunkt¹ eine Market Order erstellst, welche nicht komplizierter ist als eine Fondszeichnung.
Du kannst das optional automatisieren mit der Swissquote Sparplan-Funktion oder Saxo AutoInvest, womit das noch einfacher wird. Aber auch für das manuelle Investieren brauchst du höchstens ein paar Minuten, nachdem du dir einen ETF ausgesucht hast.
¹ Auf keinen Fall Ausführung ausserhalb den regulären Handelszeiten aktivieren. Aber das ist meines Wissens bei keinem der grossen Broker standardmässig aktiviert, also da kannst du nichts falsch machen, solange du das nicht aktiv änderst.
Saxo ist meiner Meinung nach die aktuell insgesamt beste Lösung mit relativ tiefen Gebühren und relativ einfacher Handhabung. IBKR ist oft noch günstiger, aber der Unterschied ist nicht mehr so gross und ich denke Saxo ist etwas freundlicher in der Bedienung und du erhältst kostenlos den Schweizer eSteuerauszug.
Swissquote ist zum Teil von der Bedienung her noch etwas angenehmer (z.B. Kauf direkt mit Frankenbetrag möglich), aber der Unterschied ist nicht sehr gross und in anderen Aspekten ist Saxo besser, und Swissquote hat höhere Gebühren. Ich betrachte die Gebühren bei Swissquote akzeptabel ab einer Depotgrösse von 300-400k und wenn du in einem typischen Monat nur einen „ETF Leader“ Trade in CHF tätigst und sonst nichts. Auch mit einem etwas kleineren Depot fährst du üblicherweise bei Swissquote immer noch massiv günstiger als bei deiner aktuellen Lösung bei der UBS, aber Saxo ist halt nochmals günstiger (bei Saxo keine Depotgebühren und tiefe Transaktionsgebühren). Und der eSteuerauszug kostet bei Swissquote CHF 85.
Von der Bedienung her denke ich, dass es vor allem Gewöhnungssache ist. Der erste Kauf wird dir vielleicht nicht so leicht fallen, aber sobald du weisst wie es geht, ist es wirklich eine kleine Sache. Und für den ersten Kauf kannst du Anleitungen wie z.B. ETF kaufen in der Schweiz: Schritt-für-Schritt für Anfänger folgen und bei Fragen hilft dir vermutlich dieses Forum. Und du kannst ja mit einem kleinen Betrag bei Saxo beginnen und erst wenn du dich gut dabei fühlst machst du den Transfer von der UBS (bzw. zuerst nur einen Teil transferieren).
Als ETF kann ich FWRA:xswx (Invesco FTSE All-World UCITS ETF Acc) als Startpunkt empfehlen (ausschliesslich Aktien, aber das ist auch bei deinem aktuellen Fonds der Fall). Es gibt wie gesagt sehr viele Möglichkeiten, aber der FWRA ist auf jeden Fall solid und diversifiziert. Wenn du einen anderen ETF in Betracht ziehst (bzw. mehrere), kannst du ja hier fragen, was wir davon halten.
Wenn du dich mit Swissquote wohler fühlst, dann ist das auch ok. Immer noch deutlich günstiger (und somit langfristig besser) als der aktuelle UBS Fonds. Und sogar Invest Easy wäre immer noch günstiger als dein aktueller UBS Fonds, aber das Angebot überzeugt mich nicht.
¹ Mit Swissquote meine ich hier das normale Trading-Konto, nicht „Invest Easy“.
Ich habe noch eine weitere Frage: macht es Sinn, verschiedene Konten zu führen? Also b.Z. eines bei Saxo mit dem höchsten Betrag, ein weiteres bei Swissquote und bei Neon für kleinere Beträge. Oder macht das null Sinn?
Zwei Depots halte ich zum Zwecke der Risikominimierung für sehr sinnvoll. Mehr eher nicht.
Das Risiko ist ja nicht nur der Konkurs einer Bank, sondern z.B. auch Ausfall der Infrastruktur, Cyber-Angriff, Phishing etc. Da ist es schon sinnvoll, wo anders noch etwas Geld zu haben. Ich würde dabei beachten, dass es nicht auf derselben Infra läuft, z.B. die Kombi Yuh+Swissquote würde nicht viel Sinn machen.
Dieser Etf z.b ist im Autoinvest. MSCI ACWI. Eignet sich sehr gut als einziger Etf. Etwa ähnlich wie der FTSE All World.
ISIN: IE00B6R52259
Ich persönlich bespare über den Autoinvest den MSCI World und den EM IMI. Dann kannst du selber zwischen Anteil Welt und Schwellenländer gewichten. Z.b 75/25%.
Beide Varianten ergeben Sinn. Ist mehr geschmackssache. Mir ist der Schwellenländer Anteil halt zu niedrig in den Welt ETF’s.