Steuererklärung: Vermögensverwaltungskosten

Hoi liebe Community

Nachdem ich meine Vermögenswerte in der Steuererklärung angegeben habe, bin ich auf den Punkt „Vermögensverwaltungskosten“ gestossen (Text aus Wegleitung unten). Nehmen wir das Beispiel
ETF mit 100’000 CHF bei IBKR. Könnte man hier die genannten 2 Promille auf die 100’000 ansetzten oder nur auf die 100 CHF Dividende, die dem steuerbaren Einkommen angerechnet wird oder gar nur auf die Depotgebühren von 5 CHF (fiktiv).

Weiter wird von einem Pauschalabzug von 6’000 gesprochen. Solche Abzüge kenne ich in dem Sinn, dass diese von jedem, auch wenn der Betrag nur 5 CHF wäre, angesetzt werden kann. Ergo man setzt ihn jedes Jahr in voller Höhe an, unabhängig davon wie viele Kosten angefallen sind.

In Ziffer 7 auf Seite 2 dieses Formulars können Sie die Kosten für die Verwahrung und Verwaltung von Wertschriften und sonstigen Kapitalanlagen eintragen und vom Bruttoertrag abziehen. Als Vermögensverwaltungskosten können für sämtliche Kosten pauschal 2 Promille des Steuerwertes der durch Dritte verwalteten Wertschriften des Privatvermögens abgezogen werden. Der Pauschalabzug beträgt maximal Fr. 6’000. Darlehen, Bankguthaben aller Art sowie nichtkotierte qualifizierte Beteiligungen nach § 22 Absatz 2 StG (Beteiligungsrechte der „eigenen“ Unternehmung) werden bei der Berechnung des Pauschalabzugs nicht berücksichtigt. Der Nachweis höherer abzugsfähiger Vermögensverwaltungskosten bleibt vorbehalten.

Als Vermögensverwaltungskosten gelten nur notwendige Aufwendungen für die allgemein übliche Verwaltung des beweglichen Privatvermögens durch Drittpersonen, welche mit der Erzielung eines steuerbaren Ertrags daraus in unmittelbarem Zusammenhang steht (z.B. Depotgebühren). Nicht abziehen können Sie Auslagen im Zusammenhang mit der Anlage von Vermögenswerten (z.B. Kontoführungsgebühren, Auslagen für Anlageberater, Kommissionen oder Spesen für An- und Verkauf von Wertschriften). Ebenfalls nicht abzugsfähig sind Drittverwaltungskosten für die Aufbewahrung von privat genutztem Schmuck oder Bildern (Miete für Tresor/Schrankfächer).

Herzlichen Dank

Du kannst 2 Promille von CHF 100k abziehen, also CHF 200.

Nein, es ist kein Pauschalabzug von CHF 6’000 sondern ein Pauschalabzug von 2 Promille mit einem Maximum von CHF 6’000.

Das ist ähnlich wie bei den Abzügen für Verpflegungskosten. Dort gibt es eine Pauschale pro Tag mit auswärtiger Verpflegung bis zu einem Maximum pro Jahr. Wenn du nur einen Tag pro Woche im Büro oder extern arbeitest, darfst du auch nicht das Jahresmaximum abziehen.

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Perfekt, einmal wieder vielen Dank.

Von welchen Beträgen kann ich die 2 Promille abziehen? Ich halte noch Anleihen, so wie Anlagenkonten und 'normale" Bankkonten. Vorausgesetzt man hatte dort Verwaltungskosten, kann man dann alle Werte aus dem Wertschrifteverzeichnis ansetzen?

Bg

Du kannst diesen Betrag für durch Dritte verwaltete Wertschriften abziehen. D.h. alle Aktien, Anleihen und Fonds, welche du bei einem Broker oder einer Bank hältst.

Aber Kontoguthaben jeglicher Art gehören nicht dazu. Der Abzug gilt also weder für Anlagekonten noch normale Bankkonten. Bei Bankkonten kannst du unabhängig davon aber möglicherweise effektive Gebühren geltend machen. Z.B. auf der Steuerbescheinigung bei der UBS gibt es eine Position „Abzugsfähige Kontospesen“, aber leider ist dies nur ein sehr kleiner Betrag (deutlich weniger als die kompletten Gebühren des Bankpakets).

Ich ziehe seit Jahren 2 Promille vom Gesamt-Banken-Broker-Vermögen (Vermögenstotal) ab nach der Logik, dass ich kein Bargeld etc. zu Hause verwalte und dies deshalb Wertschriften und sonstige Kapitalanlagen sind, die gemäss Definition unter Ziffer 7 fallen, d.h. abzugsberechtigt sind.

Das ist in meinen Augen klar falsch.

Bankguthaben sind vom Pauschalabzug gemäss zitierter Wegleitung ausgeschlossen:

Auch in ZH sind Bankguthaben explizit ausgeschlossen vom Abzug:

Da hast du recht wenn Bankguthaben vorwiegend als Barmittel für den alltäglichen Gebrauch genutzt werden. Hätte vielleicht noch hervorheben sollen, dass ich eben möglichst nichts auf der Bank bei den niedrigen Zinsen habe, sondern alles im Anlageportfeuille bei einem Broker mit anständigen Zinsen und überweise bei Bedarf für Rechnungen etc. dann gegebenenfalls einen Betrag. Ist vielleicht zu wenig deutlich gewesen, für die Hinweise besten Dank. Und ein Anlagenportfeuille gilt eben im Sinne des Steueramtes als aktive Vermögensverwaltung.

Oh, das ist interessant, habe ich bisher nicht gewusst!

Ich habe bei Vermögensverwaltungskosten bisher nichts eingetragen, werde ich dann aber heuer auch mal machen mit den 2 Promille.

Hat jemand schon versucht im Aargau 2 Promille anzugeben? Es steht überall, man müsse Belege beilegen.

Noch nicht, aber ich werde es in der aktuellen Steuererklärung versuchen. Selma-Kosten können da angeblich auch abgezogen werden.