Ich brauche Schwarmintelligenz: Ich möchte in meinen Depots Anpassungen vornehmen und vor allem die Position(en) vom Core MSCI World und Core MSCI ACWI sowie FTSE Developed World und FTSE All-World auflösen und in einen ETF übertragen.
Bitte keine Hinweise hinsichtlich:
„So viele unterschiedliche ETF´s mit identischen oder fast identischen Positionen machen keinen Sinn.“
„Dann musst du den ACWI aber in mehrere ETF´s streuen, wegen dem EM.“
Das weiss ich alles!
Ich möchte eine klare Struktur in MSCI World, MSCI EM und Europa (Gewichtungsanpassung gegenüber World) erreichen. Ich möchte den UBS Core MSCI World statt den iShares und Vanguard Produkten, da der TER deutlich attraktiver ist. Bei höheren Investment-Summen ist das eine nicht zu vernachlässigende Beitragssumme, die man hier auf X Jahre spart.
Wie würdet ihr vorgehen? Mein Haupt-Depot ist beispielsweise bei der Saxo. Hier fallen vor allem Steuern bei Kauf/Verkauf an.
Tja, wenn jemand die richtige Lösung für Investitionen und Restrukturierung von Fremden erwartet, dann ist das meistens ein Alarmzeichen. Frag eine KI was eine sinnvolle ausgewogene Struktur sein könnte. Wenn der Kontext richtig gesetzt und die Halluzination abgestellt wird, erhält man ein erstaunlich gute Darstellung was so in der finanztechnischen Literatur an Hochschulen gelehrt wird. Das dürfte sicher um einiges besser sein, als Antworten von Fans irgendwelcher spekulativen Trades auch umsetzen zu wollen. Ausnahmen natürlich, wenn ein guter Rat von jemand kommt, den man schon länger kennt und man die Qualität auch beurteilen kann.
So richtig beeindruckend die Indexe schlagen, kommt eher selten vor, d.h. wenn man gut in die wichtigsten Indexe der Welt per ETF investiert, dann macht man schon mal nicht allzuviel falsch.
Auf jeden Fall viel Glück und einfach dran bleiben…
Vielleicht liest du meine Frage BEVOR du eine Antwort schreibst. Ich brauche keine Belehrung in Sachen ETF-Performance oder Anwendung von KI usw. Ich wollte eine Community-Meinung zu meiner bestehenden Situation und das aus gutem Grund. Dennoch danke, dass du dir die Zeit für eine Antwort genommen hast.
Zu deiner konkreten Umschichtung kann ich dir keinen perfekten Fahrplan geben, aber ich war vor gut neun Monaten an einem sehr ähnlichen Punkt.
Ich habe ständig überlegt, noch irgendwo ein Häkchen zu setzen, etwas anders zu gewichten oder doch noch einen weiteren ETF einzubauen. Irgendwann habe ich für mich gemerkt: Ich werde den Markt sowieso nicht zuverlässig schlagen – und je mehr ich optimiere, desto komplizierter wird es im Kopf.
Am Ende blieb bei mir eine sehr einfache Lösung: zwei Broker, IBKR und Saxo, und bei beiden im Prinzip derselbe Welt-ETF. Der grössere Teil liegt bei IBKR, der kleinere bei Saxo.
Dafür habe ich auch kleinere Positionen verkauft und bewusst ein paar einmalige Kosten in Kauf genommen. Gerade bei Saxo sind Kauf und Verkauf ja nicht kostenlos. Für mich war aber entscheidend: Einmal aufräumen und danach eine klare, einfache Struktur haben, statt jahrelang mehrere ähnliche Positionen mitzuschleppen.
Rein rechnerisch war das vielleicht nicht an jeder Stelle die absolut günstigste Lösung. Aber seitdem ist das Depot wesentlich übersichtlicher und vor allem ruhiger im Kopf.
Für mich war diese Einfachheit am Ende mehr wert als die nächste Optimierung um ein paar Basispunkte.
Ich war vor ein paar Jahren an der selben Position wie du. Ich habe mein Portfolio irgendwann drastisch vereinfachen wollen und habe mir einen einfachen aber mit tiefen Kosten (also tiefen TER) herausgesucht.
Leider war dieser ETF auch bei einem anderen Broker und ich musste schlussendlich sowieso alles verkaufen und dann wieder neue Orders zum Kauf ausführen lassen.
Wenn du in der Schweiz lebst, ist dies nur wegen der Stempersteuer relevant, in Deutschland würden die erzielten Gewinne hingegen auch noch ziemlich ins Gewicht fallen.
Du kannst dieses Szenario hier mal durchrechnen lassen und da zeigt sich, ab wann es sich lohnt (leider für Deutschland, da musst du den Steuereffekt anders rechnen; Stichwort Stempelsteuer). Gewinnsteuern auf verkaufte ETF’s fallen in der Schweiz keine an.
Mein persöhnliches Fazit war damals für meinen Fall: Einfach machen, da die TER-Kosten jährlich anfallen und der Verkauf/Einkauf nur einmalige Kosten sind. Du solltest dies aber natürlich nicht allzu häufig machen. Ich selber habe dies nicht bereut und fahre auch 5 Jahre später imer noch gut.
Danke für dein Feedback! Meine Idee war noch: Warum nicht teure Produkte, die man verkaufen will, erst von Saxo zu IBRK zügeln und dann dort veräussern? Dann hat man jedoch relativ viel Cash bei IBKR. Wenn einen das nicht stört, ist das aber natürlich eine Option zum Steuern sparen. Was denkst du?
Ja, das wäre für mich durchaus eine Überlegung wert. Gerade bei grösseren Positionen kann ein Übertrag zu IBKR vor dem Verkauf sinnvoll sein, weil die Schweizer Umsatzabgabe grundsätzlich bei Käufen und Verkäufen anfällt.
Man müsste aber die Übertragungskosten dagegenhalten: Saxo verlangt aktuell CHF 50 pro ausgehender Wertschriftenposition. Bei einer grösseren Position können diese CHF 50 gegenüber der eingesparten Umsatzabgabe durchaus verschmerzbar sein, bei vielen kleinen Positionen summiert es sich natürlich.
Das viele Cash bei IBKR würde mich persönlich weniger stören, wenn sowieso direkt danach wieder in die gewünschte neue Struktur investiert wird. Ich würde es deshalb tatsächlich einmal durchrechnen: Verkauf direkt bei Saxo inklusive Stempelsteuer versus CHF 50 Transfer + Verkauf bei IBKR. Bei grösseren Beträgen könnte Variante zwei ziemlich interessant sein.
Ich habe am Schluss auch gemerkt, dass man sich bei den vielen kleinen Beträgen schnell im Hin- und Herrechnen verliert. Irgendwann habe ich für mich entschieden: liegen lassen, fertig. Wenn die Position langfristig sowieso bestehen bleibt, relativieren sich die einmaligen Kosten beim späteren Verkauf zunehmend. Mir war dann die Ruhe im Depot wichtiger als die letzte Optimierung auf ein paar Franken.